Stampede Spirit
Es geht wieder los. Die Stadt rüstet auf zur Stampede. Vom 6. bis 15 Juli steht wieder alles Kopf, Anzüge und Krawatten werden gegen knackige Jeans, Cowboyhemden, -stiefel und -hüte getauscht. Die Mittagessen sind in diesen Wochen dank zahlreicher Einladungen zu BBQs bei Geschäftspartnern auch gesichert. Zur Einstimmung gibt es das Promo-Video von www.calgarystampede.com, ein Gemisch aus Brokeback Mountain und Marlboro Werbung... merke: Cowboys sehen immer toll aus, benehmen sich wie Gentlemen, sind echte Kerle... und ganz Calgary ist natürlich voll davon. YEEHAW!
Norbert

Das Leben bringt einen manchmal sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Heute morgen haben wir erfahren, dass unser guter Bekannter Norbert, Gründer der "Deutsche in Calgary"-Gruppe in der letzten Woche seinem Krebsleiden erlegen ist. Norbert war seit zwölf Jahren in Kanada und hat mit viel Freude und Energie deutschsprachigen Neueinwanderern mit Hilfe und Rat zur Seite gestanden. Er hat damit das deutschsprachige Calgary zu einem erheblichen Teil geprägt. In Internetforen war er als "Calgarian" oder "Rockiesman" bekannt für seine sachlichen, fundierten und manchmal auch kritischen Beiträge. Wir sind sehr traurig und in Gedanken bei seiner Familie.
Und was treibt Euch nach Spokane?


Für uns ging dann mit der Heimfahrt über BC und den Crowsnest Highway nach Calgary ein wunderschöner Urlaub zu Ende... Aber in Calgary wartet viel Arbeit auf uns, und das ist ja auch nicht schlecht!
Regen an der Küste, Sonne im Hinterland
Ein paar Kilometer weiter südlich liegt der Soap Lake, der seinen Namen den schaumigen Wellen verdankt, Resultat eines sehr hohen Mineralanteils im Wasser. Hier endet auch unsere heutige Tagesetappe, im Inn at the Soap Lake. Hier kann man sich sogar eine Badewanne voll von der "Suppe" einlassen, ein Schlammbad geniessen oder wenigstens die Mud Soap (Schlammseife) benutzen. Soll von heilender Wirkung sein...




Zugabe!


Am Nachmittag fing es an zu regnen, und so wurden Roland und Audi von Sonja Richtung Mt. Rainier durch das Washingtoner Hinterland gejagt. Doch hatte man erst einmal die Regen (und Schnee!)scheide der Küstenberge hinter sich gebracht, wurde das Klima plötzlich trocken und warm, und so konnten wir uns noch Gegenden ansehen, die wir so nicht von Washington erwartet hätten. Obstplantagen und Weinanbau und überall Farmer's Markets mit frischen Erdbeeren (die MIT Geschmack) und Kirschen und Weinproben. Wir stellen fest, Washingtoner Wein (Merlot und Riesling) ist gar nicht übel!


Schlaflos in Seattle




Hello, City!

Nachdem wir im Sorrento Hotel eingecheckt und unseren treuen Begleiter dem Valet Parking übergeben hatten, ging es ein paar Blocks zu Fuss in die Pike Street zum Fischmarkt und anschliessend zum Wahrzeichen der Stadt, der Space Needle. Von dort oben konnten wir dann erstmalig die Olympic Mountains erspähen, die während unseres Aufenthaltes auf der Halbinsel ständig von Wolken verhangen waren.




Nach kilometerlangem Marsch durch das Zentrum machen wir es uns nun auf unseren sechs Kissen in unserer Luxus-Suite gemütlich und erobern die Minibar. Für den morgigen Tag ist noch einmal (nur ganz wenig) Sightseeing und viel Shopping in der Kaffeehaus-Hauptstadt angesagt. Starbucks, Seattle's Best, Tully's, egal, wir kommen!
Washington: Regenwald, Kahlschläge und noch mehr Strand


Zum Abend haben wir uns in der Kalaloch Lodge direkt an der Pazifikküste eingemietet. Sonja hat Roland auch gleich auf einen zweistündigen Strandspaziergang mitgeschleppt. Roland hätte eigentlich Verdacht schöpfen sollen, als Sonja ihn bereits um 5 Uhr nachmittags ins Restaurant zum Abendessen ausführte... Da musste ja noch etwas anstrengendes nachkommen! Anschliessend haben wir den Holzkamin angezündet und freuen uns nun des Lebens.


Sonne, Strand und Meer


Zum Mittagessen haben wir Mo's Fischrestaurant ausprobiert. Diese Restaurantkette ist über die gesamte Küste Orgeons vertreten und bietet preiswerte, überaus frische Fischgerichte. Dafür sitzt man allerdings auf Holzbänken, und die Lautstärke ist auch nicht ohne. Roland war jedenfalls ausserordentlich angetan von der extrem effizienten Logistik der Küche und der Bedienung...


Oregon's Küste ist besonders bekannt für seine vielfältigen Leuchttürme. Deshalb musste Roland mehrfach waghalsige Abbiegemanöver von der Küstenstrasse vornehmen, weil Sonja mal wieder ein Exemplar erspäht hatte.


Auf die geplante Übernachtung in Seaside haben wir verzichtet, da es dort aussah wie an einem belgischen Nordsee-Badeort. Stattdessen sind wir nun in Sichtweite des Staates Washingtons direkt am Columbia-River gelandet. Nett!
An der Küste Oregons




Central Oregon




Zu den Craters of the Moon
Unseren ursprünglichen Plan, in Baker City, OR, zu übernachten, mussten wir leider umschmeissen, da das jährliche Treffen des Westcoast-Harley Davidson Clubs bereits die selbe Idee verfolgt hatte. Stadt und Hotels waren rappeldicht, sodass wir noch ein Stündchen weiter westwärts fahren mussten und dann im alten Goldgräberstädtchen Sumpter unter kamen. Unsere mächtige Tagesetappe wurde mit einem hervorragenden italienischen Essen im Borello belohnt.



Im Yellowstone National Park




Vom Waterton in den Yellowstone NP

Heute ging es dann weiter in die USA. Roland hatte etwas Sorgen, dass es Ärger bei der Einreise geben könnte, denn er hatte nach der letzten New York-Reise vergessen, das Visum zurück zu geben. Aber die Beamten waren sehr freundlich und haben uns nicht verhaftet. Das Wetter wurde dann immer besser, und die Landschaft in Montana verwandelte sich zusehends in ...die Schweiz! Tamara, unser deutsch sprechendes GPS, lotste uns sicher die nächsten 900 km bis Gardiner am Nordeingang des Yellowstone National Parks, wo wir noch eine überaschend gute Pizza bekamen und uns darüber freuen, dass das Nachbarhotel über drahtloses Internet verfügt.
Rainy Day
Bevor wir in unseren Urlaub starten konnten, hat es erst einmal ausgiebig geregnet. Nicht überragend viel für deutsche Verhältnisse, aber für Calgary hat es gereicht. Dieses Foto zeigt den Deerfoot-Trail, die Hauptverkehrsader der Stadt:Auch wir mussten heute morgen einen Riesen-Umweg fahren, da auch Ost-West-Verbindung der Stadt, der Glenmore-Trail, geflutet war!
Wir sind dann mal weg...
Alles klar?!

Anschauungsunterricht im Benutzen von Kreisverkehren, gefunden auf der Homepage unserer Community. Das erklärt, warum Kanadier beim Anblick eines Kreisverkehrs in Panik verfallen...
Fantasy Island
einen interessanten Kommentar von Richard Bronstein zum Thema
Missmanagement in Alberta.
Manche werden sich bestimmt an die Serie Fantasy Island mit Ricardo
Montalban als Mr Roarke erinnern, welcher zwar die Fantasien seiner
Gäste erfüllte, doch oft anders als diese erwarteten, und auch nicht
immer mit glücklichem Ausgang.
Bronstein zieht die Parallele zur Ölsandförderung in Alberta. Fuer
alle Beteiligten werden Träume wahr: Arbeit, Reichtum und Gewinne.
Doch die dunkle Seite der Erfüllung dieses Wunsches lässt nicht auf
sich warten:
- Gigantische Verschwendung von Frischwasser
- Vergeudung anderer vorhandener Resourcen wie Gas, sogar soweit,
dass über den Bau eines Atomkraftwerkes (!!!) nachgedacht wird
- Zerstörung des Ökosystems, der Abbau hinterlässt eine Mondlandschaft
- Inflationäre Preisentwicklung bei Produktionskosten,
Dienstleistungen und vor allem Mieten
- Überforderte (veraltete) Infrastruktur und nicht genügend
Krankenhäuser
Zum Schluss stellt Bronstein die Frage: Was ist wenn... der Boom ein
Ende hat und vor allem, warum werden alternative Energietrends immer
noch ignoriert...?




