Willkomen auf unserer CANADA Homepage! Wir sind in 2005 von Leichlingen nach Calgary ausgewandert und in 2010 nach Vancouver weiter gezogen. Hier findet Ihr Informationen rund um unsere Einwanderung, dazu gibt's aktuelle Nachrichten aus der neuen Welt und Einblicke in unseren Immigranten-Alltag.

Ein Stück Transcanada-Trail

Direkt an unserem Wohngebiet, nur ein paar Minuten entfernt führt der Transcanada-Trail vorbei, den wir heute zur Entspannung 'unsicher' gemacht haben.




Ein Steg führt durch das Marschland, der Salzgeruch des Meeres liegt in der Luft.

Leider war das Meer nur gerade nicht da, es herrscht Ebbe.

Ein kurzer (15 min) Tripp nach Belcarra, mit Blick auf die Bedville Bay.

Der Buntzen Lake (auch nur 15 min entfernt) wird wahrscheinlich unser favorisiertes Ausflugsziel.

Falls jetzt jemand neugieriger geworden sein sollte... wir nehmen ab sofort Reservierungen an ;-)
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Welcome to Port Moody

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Die Stadt der Künste


Quelle: Wikimedia
Port Moody ist eine am Burrard Inlet gelegene Vorstadt von Vancouver und hat etwa 32,000 Einwohner. Die Stadt der Künste wird Port Moody wegen ihrer vielseitigen Ausstellungen und Festivals genannt. Künstler lieben (neben dem relativ preiswerten Lebensstil) vor allem das Licht dieser Landschaft. Überall gibt es kleine Handwerks- und Handarbeitsboutiquen, Kunst- und Bilderausstellungen, Theater-, Kultur- und Filmfestivals, und oft wird der Ort auch als Drehort für Kinofilme und TV-Serien verwendet. Outdoor-Enthusiasten, aber auch Erholung Suchende kommen in den vielen Parks am Inlet, auf den zahlreichen Waldwanderwegen an den nahen Seen und durch die nahe gelegenen Berge, oder aber in den Sportanlagen der Wohngebiete (meist mit Pool!) auf ihre Kosten.
Das Klima ist mild und fällt selten unter Null Grad, und im Sommer kann es durchaus über 30 Grad werden. Nur an mehr Regen werden uns hier in British Columbia gewöhnen müssen, denn davon gibt es so reichlich, dass der feuchte Niederschlag hier ‘flüssiger Sonnenschein’ genannt wird.

Quelle: PoMo Art Centre
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Go Team Go!


Um vier Uhr nachmittags gab es überall Stau, denn jeder wollte nach Hause, um das Spiel Russland gegen Canada zu verfolgen. Dem entsprechend hat Sonja's Busfahrt mal wieder über eine Stunde gedauert. Die kanadische Hockey-Mannschaft hat die Russen platt gemacht. Mit einem Ergebnis von 7 : 3 zieht Kanada nun ins Semi-Finale ein.
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Let the games begin!


Ein grossartiges Spektakel. Wir waren zwar nur vor dem Fernseher dabei, aber schön war's (trotzdem).
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News-Ticker aus Calgary

Metropolis: Die neueste Statistik belegt offenbar, dass der Grossraum Calgary mit 1,23 Mio. Einwohnern inzwischen auf Platz vier in der Bevölkerungsstatistik angelangt ist. Auf den ersten Plätzen sind nach wie vor Toronto, Montreal und Vancouver Area.
Die Arbeitslosenquote hält sich konstant auf 7,2%, in Alberta sind es derzeit 6,6%. Tatsächlich scheint sich der Arbeitsmarkt für Schreibtischtäter zu verbessern, allerdings macht es nicht den Eindruck, als wenn dieses auch für das Handwerk gilt. Nun, man weiss ja, was man von Arbeitslosenstatistiken im allgemeinen zu halten hat.
Nach George Bush wird uns dieses Jahr im März Sarah Palin mit ihrer Anwesenheit 'beglücken'. Darauf haben wir gewartet. Nun fehlt uns nur noch Dick Cheney in der Sammlung, vielleicht kommt der ja im kommenden Jahr.
Ansonsten erfreuen wir uns erfreut sich Roland an milden, oft nur im einstelligen Minusbereich liegenden Temperaturen.
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Ein kleiner Schritt für eine Kuh...

Bild- und Textquelle: National Post

Seit einigen Jahren läuft in Kanada nun eine Posse ab, wie sie nur in einem komplett von Lobbyismus durchsetzten Land statt finden kann. Es ist in Kanada nämlich verboten, unpasteurisierte Milchprodukte zu verkaufen, da Rohmilch ja so dermassen ungesund und gefährlich ist - offensichtlich ganz im Gegensatz zu Hamburgern und Süssgetränken. Ein Farmer deutscher Herkunft aus Ontario hatte jedoch eine Lücke im Gesetz gefunden, denn der Verzehr von roher Milch ist erlaubt. Also verkaufte er Anteile an Milchkühen an seine Kundschaft, die dann das Produkt ihres Eigentums rechtmässig verbrauchen durften.

Das konnte die Milchindustrie natürlich nicht auf sich sitzen lassen, und so kam es zu einem jahrelangen Prozess, der nun endlich mit einem Freispruch für den Milchbauern zu Ende ging; "Cow-Sharing" ist erlaubt, der Verkauf jedoch bleibt verboten. Ein grosser Erfolg für den gesunden Menschenverstand, aber das kann nur ein erster Schritt sein.

Nach dem Sieg vor Gericht erweiterte der Milchbauer ein Zitat des ehemaligen kanadischen Premiers Trudeau, der einmal sagte, dass die Regierung nichts im Schlafzimmer zu suchen hat: "Die Regierung hat auch nichts im Magen der Leute verloren!"
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Manitoba?

Fast alle Provinzen von Kanada plus ein Territorium hat Sonja bereits besucht, nur nach Manitoba hat es sie noch nicht verschlagen. Ein Arbeitseinsatz wird das nun wahrscheinlich ändern, und so hat sich Sonja mal ein bisschen schlau gemacht.

Die Hauptstadt Winnipeg liegt ca. 1.400km, also lediglich zwei Flugstunden entfernt von Calgary. Das allwöchentliche Hin und Her wird also kaum aufwändiger werden als vor zehn Jahren, als Roland in Kassel weilte, während Sonja in Düsseldorf arbeitete.


Die Provinz ist fast doppelt so gross wie Deutschland, fast ein Sechstel davon nehmen die über 100.000 Seen ein, die zu den zehn grössten Süsswasserreserven der Welt zählen. Manitoba hat ca. 1,2 Millionen Einwohner, die Bevölkerungsdichte ist noch nicht einmal 2,2 Einwohner pro Quadratkilometer, vergleichsweise kommen in Deutschland 230 Einwohner auf 1 qkm.

Die Durchschnittstemperaturen im ersten Halbjahr sehen nicht viel anders aus als in Calgary, allerdings ist mit mehr Niederschlag zu rechnen. Topographisch eher flach, ist Mount Baldy mit 831m der höchste Punkt der Provinz. Als Mittelpunkt Kanadas nimmt der Süden Manitobas eine grosse wirtschaftliche Bedeutung als nordamerikanischer Umschlagplatz für den Güterverkehr ein. Neben Landwirtschaft und förderungswürdigen Rohstoffen hat ihre diversifizierte Service- und Konsumgüterindustrie die Provinz bisher weitgehend vor den Auswirkungen der Rezession bewahrt. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 5,8%, vergleichsweise weist die Statistik in Alberta derzeit 7,5% aus, kanadaweit sind es insgesamt 8,6%. Also, ich bin jedenfalls neugierig geworden und hoffe, dass mir Wetter und Arbeit genügend Gelegenheit geben werden, ein wenig von Land und Leuten kennen zu lernen.
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Happy All Hallows' Even

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So schön ist Kanada!

Gern kommen wir dem Wunsch der kanadischen Tourismus-Organisation nach, und machen mal ein bisschen Werbung für unsere Wahlheimat:

Wer von Kanada nicht genug bekommen kann oder schon einmal einen Vorgeschmack auf den nächsten Urlaub haben will, der sollte mal auf dieser Seite vorbeischauen. Hier gibt es ein paar schöne Videos zum schönsten Reiseland der Welt, seine Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, Bewohner und Traditionen, Natur und Geschichte.

Also, Urlaub buchen nicht vergessen!!! Wir sehen uns in 2010.
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Konzertkarten-Frust

Wir wissen natürlich nicht so genau, wie man heutzutage an Konzertkarten in Deutschland kommt, aber hier in Kanada geht das eigentlich nur noch über Ticketmaster. Das Problem ist allerdings, dass es fast unmöglich ist, tatsächlich mittels Ticketmaster an Tickets zu kommen, denn üblicherweise sind die Karten innerhalb von Stunden an Schwarzhändler verkauft, die sie dann wiederum für ein Vielfaches des Originalpreises über mehr oder weniger professionelle Webpages weiter verkaufen.

Das ganze ging übrigens so weit, dass Ticketmaster für eine Weile eine EIGENE Website eröffnet hatte, auf der man Karten "tauschen" konnte und auf die man verwiesen wurde, wenn man keine Originaltickets mehr bekommen konnte. Dies führte dann allerdings zu einer Millionenklage gegen das Unternehmen, da vermutet wurde, dass Ticketmaster selbst die Karten zu erhöhten Preise verkauft. Mal gespannt, wie das endet.

Im aktuellen Beispiel hatte sich Roland schon seit Monaten auf ein Jason Mraz-Konzert gefreut und regelmässig seine Website nach Konzertterminen gecheckt. Leider hat er dann (wahrscheinlich während unseres Kalifornien-Kurzurlaubs) mal ein paar Tage ausgesetzt, und prompt kamen die Karten in den Handel. Wenige Tage später ist Ticketmaster ausverkauft, aber man kann auf dutzenden Seiten Karten für ab dem doppelten Preis bekommen.

Wir verkneifen uns auf jeden Fall das Konzert, denn wir wollen uns nicht an diesen Praktiken beteiligen. Und im schlimmsten Fall kann es einem ja sogar passieren, dass so ein Konzert dann gar nicht statt findet und man die Karten gar nicht mehr zurück geben kann, siehe Michael Jackson. Muss nicht sein!

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Moose on the loose

Foto: Calgary Herald

Ganz bei uns in der Nähe passiert: Ein junger Elchbulle macht einen Ausflug in die Stadt. Er wurde jedoch schnell entdeckt, betäubt und ansonsten unbeschadet in Bragg Creek wieder ausgesetzt. Auch für solche Einsätze ist hier die Polizei zuständig.
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Kanu ahoi!

Heute waren Jane und Sonja auf dem Paddle-Fest im Carburn Park, um Kanus auszutesten.

Etliche Paddelschläge später und um einen deftigen Sonnenbrand reicher hatten wir unseren Favoriten gefunden: den Clipper Tripper S. Das Model gibt es selbstverständlich in verschiedenen Materialien, Farben und Preisklassen. Uns hat beim Tripper besonders die Stabilität, der tiefergelegte, äusserst bequeme Sitz und die Fussraste für den Hintermann gefallen. Und das Tollste überhaupt: Das Boot ist made in Canada!

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Auf den Spuren der Pioniere

Wasser war ja von je her Sonja's Element. Inspiriert durch verschiedene Kanureiseführer, historische Berichte über die Erforschung Kanadas (durch First Nations, Trapper und Voyageurs) und Erlebnisberichte, aber auch, weil es schon seit Jahren auf ihrer Bucket List (Wunschliste, bevor man den Löffel abgibt) steht, hat sie zusammen mit Jane einen dreitägigen Paddelkurs auf dem Glenmore Reservoir gebucht. Nach dem etwas wackeligen Einstieg, geht es erstmal freestyle vom Dock weg.

Dann bilden wir mit den Kanus ein Floss, damit uns Trainerin Martha (rechts) in die Geheimnisse des Paddelns einführen kann. Wir lernen zunächst etwas über Sicherheit und Ausrüstung (niemals ohne Schwimmweste!!!), und dann, wie man Draw, Pry, Forward, Back, J-, C- and Cross Bow Strokes ausführt, um das Wasserfahrzeug zu bewegen. Die Steuerung des Kanus übernimmt der (die) Hintermann(-frau). Das ist einfacher gesagt, als getan, besonders in Gegenwind und -strömung. Ganz schnell wird dann schon mal aus einer Linie ein Zickzackkurs.

Aber Sonja hat den Bogen schnell 'raus. Jane ist offensichtlich auch begeistert, ihr Job ist es, vorwärts zu paddeln, nach Hindernissen Ausschau zu halten und den Rhythmus anzugeben.

Wir bilden ein prima Team und werden für unseren Erfolg beim "Synchron-Paddeln" sogar gelobt.


Nun sind wir beide angefixt und haben uns prompt für die Mitgliedschaft im Calgary Canoe Club eingeschrieben. Samstag ist Paddlefest. Da werden wir noch ein bisschen nach Equipment shoppen (Knieschoner und ein Sitzkissen wären nett...), und ab Montag werden wir dann regelmässig auf's Wasser gehen.
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Die Erde ist eine Scheibe

Flammarian Woodcut, Quelle Wikipedia
Auf CBC wird berichtet, dass Alberta offensichtlich ein Gesetz verabschieden will, mit dem Eltern das Recht erhalten sollen, ihre Kinder aus dem Schulunterricht zu nehmen, wenn dort Themen wie Religion, Evolution, Sexualkunde und sexuelle Orientierung behandelt werden. Damit soll das "elterliche Recht auf Erziehung" unterstützt werden und die Schulen haben die Verpflichtung, die Eltern zu informieren, wenn besagte Themen im Unterricht behandelt werden. Das hört sich für uns an wie ein Rückfall ins finstere Mittelalter: die Erde ist eine Scheibe und die Welt ist 6000 Jahre alt. Am besten schafft man auch gleich alle Fächer ab, in denen Politik, Geschichte, Rassen und alle Wissenschaften gelehrt werden. Verehrte Albertaner, im Moment gebt Ihr wirklich kein besonders gutes Bild ab. Das sind irritierende fundamentalistische Ansätze, und das in einer Provinz, die sich "Diversity" und Toleranz auf die Fahne geschrieben hat. Gebt doch den Kindern die Wahl, alles Mögliche zu lernen und und sich eine eigene Meinung zu den Dingen zu bilden, denn nur Aufklärung schützt vor Radikalismus und Rassismus. Wir sind fassungslos.
(Danke an Bianka für den Hinweis auf diesen Artikel.)
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Erstrundenfluch

Zum vierten Mal in Folge (oder auch: jedesmal, seit dem wir in Kanada sind) ist für die Calgary Flames Schluss in der ersten Runde der NHL-Playoffs. Dieses Mal gab es eine klare Niederlage in sechs Spielen gegen die Chicago Blackhawks.

Irgendwie ist die Sache seit Jahren immer gleich. Wenn Iginla gut ist, sind die Flames gut. Ist er schlecht, läuft nichts. Und wenn Torhüter Kiprusoff einen schlechten Tag hat, gibt's die Bude voll. Und das passierte zuletzt leider häufiger. Zwischendurch gibt es unnötige Strafzeiten, blöde Schlägereien usw.

Für diese Generation von Flames war dies möglicherweise die letzte Chance auf einen grösseren Erfolg, die Mannschaft wird alt. Zeit für einen Neuanfang!
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UNSER Alberta!



Nach all unserer Schimpferei: hier ist, was Alberta für uns ausmacht!
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Nachschlag zur Re-Branding Kampagne

Als wir die Frage stellten (Wem?): Was ist ein Albertaner? sehen wir einen WEISSEN Mann.

Wir begrüssen kulturelle Vielfalt. Nur sind auf den Snapshot aus dem Promo-Video alle Menschen WEISS.

Das sind Albertaner: Alle WEISS! Eine geschlossene Gesellschaft. Man könnte fast meinen, dass Video richtet sich mit Absicht an Menschen kaukasischer Abstammung.
Die müssen draussen bleiben: AlbertanerInnen aus Osteuropa, dem Nahen und Fernen Osten, aus Afrika oder den Americas, sozusagen der Rest der Welt. Das klingt nach "Alberta den Albertanern".
Echt gruselig!
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Die Slogans anderer Provinzen und Territories

British Columbia: Super, natural. Immer noch besser als das arrogante "The best place on Earth"
Alberta: ... siehe vorhergeganges Posting.
Saskatchewan: Land of living Skies. Catchy!
Manitoba: Unforgettable. oder Spirited Energy. Was immer das heissen soll.
Ontario: Yours to discover. Macht neugierig.
Quebec: Je me souviens. Nur an was? Auf der Tourismusseite gähnt uns aktuell entgegen: Providing emotions since 1534.
New Brunswick: Be... in this place. Oder was sonst?
PEI: The gentle Island. Warum nicht The friendly Island?
Nova Scotia: Come to life. Eine wirklich gelungene Rebranding-Kampagne.
Newfoundland: Lost... Found. Marketing at its best.
Yukon: Larger than life. Schon überwältigend, aber nicht Klassenbester.
Nunavut: Canada's Arctic. Das wissen wir auch so.
Northwestern Territories: Spectacular. Ja, und?
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Verpasste Chance

Alberta hat ein Image-Problem: Der alte Slogan "The Alberta Advantage", RIP wurde ja kürzlich zu Grabe getragen, und der neue Slogan ist eine sinnlose Aneinanderreihung von positiv klingenden Wörtern, wie sie nur eine drittklassige Werbeagentur erschaffen kann:

Freedom to create, spirit to achieve.
Freiheit zu schaffen, Geist zu erreichen. Oder so. Häh?

Dazu ein pathetisches (cheezy and greasy) Video und eine noch üblere Website. Das Ganze hat den Steuerzahler 25 Mio Dollar gekostet. The Albertans are not amused, wie die Kommentare unter dem Globe and Mail Artikel belegen...

Als besonders irritierend wurde dieses Bild empfunden, welches ganz schnell wieder aus der Kampagne entfernt wurde:

An sich doch nett, oder? Nur zeigt der Hintergrund einen Strand in England, aufgenommen in der Nähe von Bamburgh in Northumberland... ah ja! Häh? Sind die Rockies, das Kananaskis, die Praries, die Badlands, Banff, Lake Louise, Waterton, Stampede nicht mehr gut genug? Ok, Alberta hat keinen Strand an sich, da land-locked, aber deswegen muss man doch keinen Strand (und schon gar keinen aus England) herbei"lügen".

Aber es zeigt, dass es wohl sehr schwer ist, eine Werbeaktion über ein Alberta zu machen, das in einer Identitätskrise steckt und mit der negativen Publicity durch die Ölsandförderung zu kämpfen hat. Diese "Persil"-Kampagne ist darauf ausgelegt, die Probleme von Trinkwasserverschwendung, Umweltverschmutzung und -zerstörung, von giftigen Rückständen, Tiersterben, CO2 Ausstoss bis hin zu erhöhtem Krebsrisiken einfach zu ignorieren. Schade, das Budget hätte vielleicht besser für Aufräumarbeiten im Norden und zum Umweltschutz verwendet werden sollen. Dazu ein kleines Low-Budget You-Tube Video, das zeigt: Alberta cares!

Solange die Provinz und ihr produzierendes Gewerbe Junkies fossiler Brennstoffe bleiben, wird man hier jedenfalls weder "freedom to create" noch "spirit to achieve" antreffen.

Auf der Blog Seite der Regierung hat man sich inzwischen wenigstens für die Verwendung des Strand-Fotos entschuldigt. Das Motto: Alberta, we screwed up. (Wir haben's verbockt.).

Unser Vorschlag lautet: ALBERTA. Rich by Nature. Das wäre doch ein Slogan, mit dem sich die Province identifizieren könnte.
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Emergency Room

Calgary Herald's Kolumnist Don Braid beschreibt den Warte-Horror in der Notaufnahme. Seine Frau hatte im Foothills Hospital neun Stunden ohne Betreuung (nicht mal ein Glas Wasser, eine Liege, ein Schmerzmittel) auf Stühlen liegend im Warteraum der Notaufnahme verbracht, bevor sie behandelt wurde und appelliert an die Politiker, endlich etwas gegen diese "Dritte-Welt"-Zustände zu tun. Tatsächlich diskutieren diese #@&*! nämlich gerade weitere Kürzungen im Gesundheitssystem. Vielleicht müssen die Verantwortlichen erst einmal selbst in solch eine Lage geraten, bevor diese endlich das Ruder der MS Medicare herumreissen. Aber wie man die Herren (und Damen) kennt, haben diese sicher - wie wir - einen persönlichen Plan B (wann geht der nächste Flug in die USA?) in der Tasche.

Wir haben einmal ähnliche Erfahrungen vor zweieinhalb Jahren im Rocky View Hospital machen müssen. Die Eindrücke decken sich mit den Beschreibungen Don's, allerdings hatte Sonja wenigstens nach "nur" sechs Stunden ein Bett und hing am Tropf. Hat man es erst einmal bis dahin geschafft und (weitere zwei Stunden später) einen Doktor "gekrallt", ging von da aus alles in einem doch recht beruhigenden professionellen Gang. Dennoch, die Wartezeit zermürbt, vor allem wenn man vor Schmerzen und Panik nicht mehr ein noch aus weiss, und in einigen Fällen können Wartezeiten eben auch mit Folgeschäden oder sogar tödlich enden.
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Mensch und Tier

Unzählige Tierliebhaber machen es vor: in den privat finanzierten Tierkliniken wird jetzt sogar Bestrahlung gegen Krebs angeboten. Die Wartezeiten in den Animal Hospitals ist kurz und der Service wird 24/7 angeboten. Die Menschen sind also offensichtlich bereit, viel Geld für ihre Haustiere auszugeben.
Uns stellt sich daher wieder mal die Frage, warum es hier immer noch nicht möglich ist, dass auch der menschliche Patient mehr für eine verlässliche und zeitnahe medizinische Versorgung ausgeben darf (es sei denn, für kosmetische/dentale Behandlung). Einen Spezialisten zu konsultieren, dauert in Calgary nach eigener Erfahrung etwa drei Monate oder länger, in Deutschland waren es nicht mal zwei Wochen... Gut ist, dass die USA im Ernstfall um die Ecke liegt, da genügt es, mit der Kreditkarte zu winken und man wird verarztet... schlecht ist allerdings, dass man in einem hochentwickelten Land wie Kanada überhaupt an ein solches Szenario denken muss.
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Vulcan mischt die Star Trek-Welt auf


Enterprise-Modell in Vulcan


Vulcan ist ein kleines Bauerndorf eine Stunde südlich von Calgary, und wie bei dem Namen nicht überraschend, hat man dort eine besondere Affinität zum Star Trek-Universum. Als bekannt wurde, dass es einen neuen Star Trek-Film geben würde, entstand eine Initiative, um die Weltpremiere des Films nach Vulcan zu bringen. Nach 18 Monaten erfolglosen Werbens bei Paramount hat nun Leonard Nimoy von der Sache Wind bekommen und sich für die Vulkanier eingesetzt: zwar hat er es nicht geschafft, die Weltpremiere nach Vulcan zu verlegen, aber es wird eine Sondervorführung für 300 Vulkanier in Calgary geben. Ob dort auch Nimoy oder andere Star Trek-Stars erscheinen werden, ist noch unklar.

Nimoy: "Das Volk der Vulkanier ist erhört worden und, obwohl untypisch für Vulkanier, sie sind tatsächlich aufgeregt!"

Quelle: Calgary Herald
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W. in C.

Mit Tränen der Rührung in den Augen und voller Stolz können wir verkünden, dass George W. Bush Calgary als Ort seines allerersten Vortrags nach seiner Präsidialzeit auserkoren hat. Vor einer laut Calgary Herald "freundlichen" calgarianischen Zuhörerschaft (unter ihnen Ralph Klein) verteidigte er dabei den freien Markt ("Die Risikobereiten, nicht die Regierung, werden uns aus dieser Rezession ziehen.", frei übersetzt: "das ist alles nicht meine Schuld, Ökonomie ist nicht das Thema für einen amerikanischen Präsidenten") und die "Befragung" von Terroristen in Guantanamo.

Währenddessen haben 400 Demonstranten vor dem Telus Center gegen Bush protestiert, dabei wurden vier Personen fest genommen. Trotzdem spricht die Polizei von weitgehend friedlichen Protesten.

Obwohl Bush mit solchen Vorträgen in Zukunft sein Geld verdienen will, muss er offenbar nicht für die Kosten der damit verbundenen Polizeieinsätze aufkommen. Die Kosten für die Sicherheit Bushs und seiner Gäste kommen aus dem Budget der Royal Canadian Mounted Police.

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Du bist reicher als Du denkst?!

Jahrelang hat die Scotiabank sehr erfolgreich mit dem hierzulande berühmten Slogan "You are richer than you think" geworben. Doch in Zeiten der weltweiten Rezession hat dieser Werbespruch zuletzt in den kanadischen Kinos bestenfalls zu zynischem Gelächter, schlimmstenfalls zu Würfen von Getränken geführt. Obwohl Scotiabank bei einer Marktuntersuchung im Dezember noch heraus gefunden hat, dass der Slogan immer noch positiv beim Kunden ankomme, hat sich die wirtschaftliche Lage seitdem offenbar noch einmal so weit verschlechtert, dass der Satz mittlerweile von der Scotiabank-Homepage verschwunden ist...

Quelle: MacLeans
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Stephen says... Update

Wir hatten ja bereits im Januar die Chronologie seiner Wahrnehmung aufgezeichnet. Inzwischen hat Kanada's Premier Stephen Harper angesichts der steigenden Arbeitslosenzahlen (213.000 in den letzten drei Monaten, davon 129.000 - fast alle Vollzeitstellen - im Januar 2009, Arbeitslosenquote 7.2%) zugegeben, dass sein Land in die Rezession abgerutscht ist, und daher wird er wohl dieser Tage auch mal ein ökonomisches Stimuluspaket auf den Weg bringen.

Stephen says: "The reason this government has proposed such a massive economic plan and such a massive deficit spending stimulus is our anticipation of significant
economic challenges including significant job losses in the year to come."

Und wer Schuld an der ganzen Misere hat, ist auch klar: Unsere Nachbarn südlich der Grenze. "The United States remains the epicentre of this particular crisis and this remains very troubling," said Harper.
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The Alberta (Dis-)Advantage

Plötzlich und unerwartet verstarb diesen Monat der Slogan: Die Alberta Überlegenheit (Der Alberta Vorteil, der Alberta Pluspunkt).

Was bleibt übrig, nun da der Provinz die (einzige) Einkommensquelle (Öl und Gasförderung und deren Service Industrie) wegbricht? Genau: Nicht viel! Denn in Alberta wurde versäumt, auf die Diversifizierung der Industrien zu setzen.

Damit werden wir uns wohl auch bald von den Vorteilsargumenten Albertas trennen müssen: Höchster Lebensstandard, niedrigste Steuern, höchste Einkommen und niedrigste Arbeitslosenzahlen.

Die "strong and vibrant economy" entwickelt sich gerade zur schwächlichen Zitterpartie. Die "young, skilled and productive workforce" wird arbeitslos, geht zurück nach Hause (Workpermit-Inhaber, Kanadier aus anderen Provinzen) oder wandert weiter.
Die "affordable living costs" kann man sich nicht mehr leisten, da das Haushaltseinkommen gerade rapide schneller sinkt, als die Lebenshaltungskosten.
Der "strong commitment to innovation and knowledge-based progress" und
die "highly entrepreneurial and competitive business community" hat sich mit seiner Beschränkung auf die Förderung und Verarbeitung fossiler Brennstoffe selbst ein Bein gestellt.
Derzeit nicht hilfreich, aber dieser Vorteil existiert noch: Die "business-friendly province committed to responsible regulation" ist immer schon unternehmerfreundlich gewesen, und hat die Vorschriften immer sehr flexibel (nicht immer zum Vorteil der Umwelt) ausgelegt.
Die Provinz hat sogar mit "modern and efficient infrastructure" geworben, was soviel heisst wie: Ja, wir haben auch asphaltierte Strassen. Denn der öffentliche Nahverkehr ist ein Witz, und es gibt immer noch keine Zugverbindung zwischen Calgary und Edmonton, von der medizinischen Notversorgung ganz zu schweigen.

Nun reduziert sich die Provinz wieder auf das, was immer schon die Alberta Advantage - aber nicht die seiner Einwohner - war:
"An abundance of natural resources" = Ja, hier gibt es fossile Brennstoffe.

Währenddessen sitzt der von den Ereignissen überrollte - nun arbeitslose - Eingeborene in seinem Millionen-Dollar-Haus (dessen Wert stündlich sinkt), trauert um den bevorstehenden Verlust seines europäisch geprägten Fuhrparks, seines Bootes und der Zweitvilla in BC und betet: Lieber Gott, lass den Ölpreis wieder auf $100.00 steigen, damit wir weiterhin ein gutes und sorgenfreies Leben führen können.

Doch es gibt einen Lichtblick: Alberta wird sich wohl dank seines
"beautiful natural environment" (Rockies, Badlands, Prairies) wieder auf das gesund schrumpfen, was es vor ein paar Jahren noch war: eine bescheidene Prärieprovinz mit den wirtschaftlichen Schwerpunkten Ackerbau, Viehzucht und Tourismus.
Vielleicht entdeckt sogar die "
highly entrepreneurial and competitive business community" eines Tages, dass es hier viel Wind und Sonnenlicht für die kommerzielle Vermarktung alternativer Energiequellen gibt.

Auf dieses neue Alberta freuen wir uns schon! Der neue Slogan: Alberta, the green Advantage! Klingt doch gut, oder? Vielleicht finden sich zwischenzeitlich ein paar nature loving, tree hugging liberals aus BC oder Ontario, die den konservativen Eingeborenen hier ein wenig Entwicklungshilfe leisten können.
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Ein kanadischer Trauergottesdienst

Gestern machten sich Roland und Freundin/Nachbarin/Kollegin Alison auf den Weg nach Okotoks zu der Beerdigung der Frau unseres Chefs, die letzte Woche ihrem Krebsleiden erlegen war. Ein trauriger Anlass, wieder etwas neues über Kanada zu lernen...

Die brandneue Kirche in Okotoks ist schön und sehr geräumig. Neuere kanadische Kirchen sind aufgrund ihrer Bauart nicht mit deutschen Kirchen vergleichbar, die ja im Normalfall sehr viel älter sind. Backsteinkirchen sind hier sehr selten, meist sind die Gebäude aus dem selben Material wie normale Häuser, nur die Architektur inklusive angedeutetem Glockenturm weist sie als Kirchen aus. Wegen der häufigen Kälte gibt es im Gebäude einen grosszügigen Versammlungsraum, bevor man in den eigentlichen Gottesdienstbereich kommt. Die Kirche fasst 1,200 Menschen und war für diesen Anlass zwei Drittel(!) gefüllt.

Die Familie ist katholisch, deshalb war es für uns nicht überraschend, dass der Gottesdienst einem deutschen Trauergottesdienst sehr ähnlich war. Allerdings merkte man dem Pfarrer (hier "Brother" genannt) deutlich an, dass er die Verstorbene gut kannte, denn die Familie ist sehr aktiv im Gemeindeleben tätig. Dementsprechend war in seiner Andacht schon sehr viel Emotionalität. Der grösste Unterschied zu einem deutschen Gottesdienst war die Musik, die deutlich moderner klang und von einer kleinen Band mit Chor dargeboten wurde.

Als wir dann nach der Eucharistie dachten, das ganze sei vorüber und wir seien mit ein paar weggedrückten Tränen davon gekommen, kam unser Chef mit seinen zwei Kindern nach vorne, und der zwanzigjährige Sohn hielt eine Lobrede auf seine Mutter, bei der keiner der Anwesenden die Tränen zurückhalten konnte. Danach verabschiedete sich unser Chef von seiner Frau, und der Direktor der Schule, in der sie gearbeitet hat, bot einige (auch lustige) Erinnerungen dar. Zum Abschluss wurden Fotos aus ihrem Leben gezeigt, dann wurde der Sarg aus der Kirche geleitet.

Wir waren sehr beeindruckt und emotional berührt. Einen solchen Trauergottesdienst haben wir noch nicht erlebt, wir wurden allerdings auch von einigen Kanadiern bestätigt, dass dies selbst für kanadische Verhältnisse sehr ungewöhnlich war. Im Versammlungsraum der Kirche gab es zum Abschluss Kaffee, Kuchen und Sandwiches, während der engere Kreis der Familie zur eigentlichen Bestattung (bei -20 Grad) fuhr.

Ein Erlebnis, dass einen noch eine Weile verfolgen wird...

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Go Flames Go!



Wir müssen ja zu unserer Schande gestehen, nicht wirklich Fans der Calgary Flames zu sein. In den Jahren seit unserer Ankunft gab es einfach zu viele allenfalls mittelmässige Leistungen, zu viele unnötige Niederlagen und noch mehr unnötige Schlägereien. Aber was die Jungs da im Moment auf dem Eis abziehen, ist schon wirklich beeindruckend: neun Siege aus den letzten 10 Spielen, zuletzt sogar bei den bislang überragenden San Jose Sharks gewonnen, neun Punkte Vorsprung auf die in der Northwest Division zweitplazierten Vancouver Canucks (und das bei drei Spielen weniger!)... Das ist schon wirklich überragend.

Wenn jetzt nicht noch ein völliger Leistungseinbruch kommt, sollte die Teilnahme an den Playoffs schon so gut wie sicher sein. Wir drücken die Daumen, dass es diesmal (nach zuletzt drei Erstrunden-KO's) wenigstens für das Halbfinale reicht!
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Stephen says...

Premier Harper, ein Politiker von wahrer Grösse und Weitsicht, steht in nichts den anderen Politikern dieser Welt nach.
Im September 2008 hiess es noch: "Canada is not in the same situation as the United States.
My own belief is if we were going to have some kind of big crash or recession, we probably would have had it by now." Und da man Politikern ja immer glaubt, hat man im Oktober die Konservativen wieder gewählt.
Im November 2008 war Harper dann dieser Meinung: "Indeed, the economic growth is just about zero, perhaps a little bit less, but it is a technical recession." Und was bitte ist nochmal eine technische Rezession?
Und im Januar 2009 dann überrscht uns Stephen mit dieser Aussage: "Obviously the [Canadian] figures today are troubling... we are going to be affected by developments in the United States and elsewhere, and the numbers in the United States are very bad and are going to get worse." Moment, im September hatten wir doch fest gestellt, dass Kanada nicht in der selben Situation wie die USA ist... obwohl man bei einem Exportanteil von 78.9% US laut Factbook doch vielleicht einen Zusammenhang zwischen der kanadischen und amerikanischen Wirtschaftssituation hätte herstellen können. Wie sagte schon Konrad Adenauer: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!"
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Aufregung in Ottawa

Nach dem doch ziemlich langweiligen kanadischen Wahlkampf und dem noch langweiligeren Wahlergebnis vor einigen Wochen (eine weitere Minderheitenregierung der Konservativen) kommt jetzt doch endlich Spannung auf in der kanadischen Politik! Mit der offiziellen Begründung, der konservative Premier Harper hätte die drohende Rezession kleingeredet und keine Schritte dagegen unternommen, wird es wohl in den nächsten zwei Wochen einen gemeinsamen Versuch der Liberalen und der linksgerichteten Neuen Demokraten geben, die frisch gewählte Regierung zu stürzen. Der Bloc Quebequois steht dem ganzen anscheinened wohlwollend gegenüber, so dass die Konservativen offensichtlich tatsächlich nervös werden. Zumindest zieht Harper jetzt alle Register und hat eine mögliche Vertrauensfrage zunächst einmal verschoben.

Der wahre Grund für diesen Vorstoss der zwei eigentlich ziemlich verfeindeten Mitte/links-Parteien liegt aber wohl in der Absicht Harpers, das Parteien-Finanzierungssytem zu ändern. Im Moment erhält jede Partei 2$ pro Wahlstimme aus der Staatskasse, Harper will zurück zu einem Spendensystem. Offenbar gefällt dies den linksgerichteten Parteien nicht besonders.

Ob der Plan auf geht, steht allerdings in den Sternen. Nach der schweren Wahlniederlage im Oktober hat der Chef der Liberalen, Dion, seinen Rücktritt im nächsten Mai angekündigt. Und der Mann soll jetzt Premier werden? Das kann sich niemand so richtig vorstellen. Die Liberalen müssen also schnellstens ihre Hausaufgaben machen und mit einer neuen Führungspersönlichkeit um die Ecke kommen, wenn sie Harper wirklich gefährlich werden wollen!
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Stampeders sind Champions


Photo: Calgary Herald

Die Calgary Stampeders haben zum sechsten Mal den Grey Cup, die kanadische Football-Meisterschaft gewonnen. Canadian Football wird - laut vertrauenswürdigen Quellen - nach etwas anderen Regeln gespielt als American Football, aber für uns sieht das ziemlich gleich aus.

Obwohl das Finale gegen Montreal ein echtes Auswärtsspiel im dortigen Olympiastadion war, und trotz eines zwischenzeitlichen 3:13-Rückstandes gelang den Stampeders am Ende ein 22:14-Erfolg. Ein Riesending hier in Calgary!
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Yes.We.Can.

In diesem Beitrag auf CBC The Gospel of Green wird das Potential Kanadas für Alternativ-Energien analysiert. Nicht überrascht hat dabei, dass man als Vorbild Deutschland herangezogen hat und den europäischen Al Gore Hermann Scheer zu Wort kommen lässt.

Doch Kanada hat durchaus eigene Pioniere der grünen Energie.
Der Hersteller von Solarzellen ARISE hat allerdings mangels lokaler Nachfrage kurz vor dem Konkurs nach Bischofswerda 'rüber gemacht.
In der Fahrzeugindustrie lässt noch der Elektrowagen ZENN hoffen, welcher derzeit aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht im eigenen Land verkauft werden darf. Aber Kanada und Offshore Windkraftwerke? Das bleibt ein Kampf gegen Windmühlen.

Während in Deutschland mit Steuervorteilen und Förderungsmitteln für den Einsatz umweltfreundlicher Energien geworben wird, sind weder die kanadische Regierung, und noch weniger die kanadische Energie-Industrie daran interessiert, dass diese Konzepte erfolgreich werden. Kanada kann schon, will aber (noch) nicht.
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Welcome to the Real World

Im April 2005 haben wir begeistert vom Benzinpreis in Calgary berichtet. Damals waren es 0.85$ in einem wachsenden Markt. Inzwischen ist der Liter fossilen Brennstoffes wieder für um die 0.80$ zu haben. So schön das für den Endverbraucher ist, es ist leider auch ein Anzeichen, dass die Rezession in Kanada Einzug hält. Denn viele, mit der Ölförderung verbundene Projekte werden nun verzögert, und durch fallende Immobilienpreise und geringere Nachfrage sind auch viele Bauprojekte ausgesetzt worden. Für 2009 wird ein Wegfall von etwa 100.000 Arbeitsplätzen und ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7.2% prognostiziert. Im Vergleich dazu spricht man in Deutschland vom Wegfall von ca. 35.000 Jobs und einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7.9%. Nur hier in Kanada erhalten die Betroffenen keine 18 Monate Kurzarbeitergeld, und Inhabern von Workpermits kann es passieren, dass sie mangels Beschäftigung das Land verlassen müssen.
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Apathie ist langweilig!

Es gibt unter unseren Blog-Lesern vereinzelt auch KritikerInnen, die finden, wir schreiben viel zu viel Negatives über Kanada und sollten doch wieder nach Deutschland gehen, wenn es hier nicht passt.

Nun, subjektiv gesehen stehen wir unserem Gastland wie auch unserem Heimatland sehr positiv gegenüber. Echt ehrlich! Beide Länder haben Stärken und Schwächen, aber in beiden Ländern kann man sehr gut leben. Dass heisst aber nicht, dass man hüben wie drüben alles kritiklos hinnehmen muss.

Daher der Hinweis: Wem die Ironie oder Sorge in manchen Themen entgeht, über die wir schreiben, darf jederzeit von seinem Wahlrecht des Nichtweiterlesens Gebrauch machen.

Womit wir beim Thema “Wahlen” sind:

In den Medien, auf Polit-Blogs, aber auch im Gespräch mit unseren Freunden und Kollegen scheint das Wahlergebnis in Kanada es wieder bewiesen zu haben: Zitat einer Kollegin: “We are an apathetic nation filled with lazy people.”
Mit der niedrigsten Wahlbeteiligung aller Zeiten wird das Land weiter von einer konservativen Minderheitsregierung geführt, die weiterhin nach dem kölschen Konjunktiv regiert: Das hätten wir eigentlich dieser Tage gemacht haben wollen.
Wie sagt Don Martin in seiner Kolumne so treffend: “…a lethargic electorate is the Conservatives' best friend.”

Was sagt uns das? Ist “Der Kanadier” an sich apathisch, unverbindlich, oberflächlich und gibt jedem anderen ausser sich selbst die Schuld an der Misere? Ja, genauso so wie “Der Deutsche” an sich ein schlecht gelaunter Besserwisser ist, der im Übrigen auch bei jedem anderen ausser sich selbst die Schuld sucht. Hoch leben die Gemeinsamkeiten.

Selbsterkennung ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung, der zweite ist Aktion. Zeitgemäss hat man für die jungen (Nicht-)Wähler eine gute Webseite bereit gestellt, die vielleicht bei den nächsten Wahlen für eine höhere Wahlbeteiligung der Jugend (bis 30) sorgen wird: Apathie ist langweilig



Im Gegensatz zur recht spärlichen, da langweiligen, Berichterstattung der Medien über die Wahlen in Kanada, sind die Wahlen in den USA übrigens tägliches Hauptthema und Gesprächsthema in unserem Umfeld. Auch wir haben eine Meinung dazu, und hoffen, dass unsere Nachbarn am Dienstag das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen. Quelle Dipdive


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Happy Halloween!

Neulich vor unserem Lädchen...
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Handys am Steuer

...bleiben in Alberta weiterhin erlaubt. Wie der Calgary Herald berichtet, hat sich die regierende konservative Partei mit grosser Mehrheit gegen ein Gesetzesvorhaben ausgesprochen, das die Benutzung von Handys oder sogar Freisprecheinrichtungen während der Fahrt verbieten würde. Die geniale Argumentation: ein solches Gesetz würde zu viele Polizisten beanspruchen und die Gerichte überlasten, wenn die Erwischten die Strafe nicht zahlen wollten. Übrigens steht, soweit uns bekannt, das Pinkeln im Park weiterhin unter Strafe...
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Preisverfall

Es gibt ein Aufatmen an der Konsum-Front. Die Benzinpreise sind mal eben um ca. $0.20 reduziert worden, der Liter Normal ist wieder um die $1,20 zu haben. Auch die Immobilienpreise verzeichnen einen drastischen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Laut Calgary Real Estate Board sind Häuserpreise um sechs Prozent auf durchschnittlich $440.000, Wohnungen sogar um zehn Prozent auf einen Mittelwert von $265.000 gefallen.
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Der heilige Gral

Das Ereignis, auf das Fans, Geeks und User gleichermassen gewartet haben: die Eröffnung des Apple Store's in Calgary (Foto: courtesy bowreality). Dieses weltbewegende Ereignis wurde natürlich auch gebührend von Hunderten von Neugierigen und den Medien begleitet.
Wir sind ja schon aus dem Alter heraus, wo wir uns in den frühen Morgenstunden in die Schlange stellen würden, um ein Apple-T-Shirt zu ergattern, aber rein zufällig mussten wir sowieso zur Market Mall...

Warum wir einen Apple Store brauchen:


Sonja hat allerdings mit einer Frage den Spezialisten bereits überfordert: Kann man Fotos direkt von der Kamera auf den neuen Ipod Touch überspielen? Falls jemand hierzu eine Antwort haben sollte, wären wir echt dankbar.
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Wir sind verseucht!

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Ausschnitt aus dem Blutspende-Fragebogen der Canadian Blood Services

Wir haben es ja schon immer geahnt, aber die Kanadier geben es einem auch schriftlich: als Europäer hat man sie nicht mehr alle, denn wir sind alle mit BSE bzw. Creutzfeld-Jakob befallen. Zumindest wird man nicht zum Blutspenden zugelassen, wenn man (siehe Punkt 7d) seit 1980 mehr als fünf Jahre in Europa verbracht hat. Verständlich, wir würden nach einem Unfall auch eher verbluten wollen als uns mit europäischem Blut versorgen zu lassen, um dem Risiko einer späteren Mad Cow Disease zu entgehen!
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Dragonboat

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Drachenboot-Festivals sind in Kanada ausserordentlich beliebt. So jede grössere Stadt hat mindestens eins pro Jahr, allen voran natürlich Vancouver mit dem berühmten Dragon Boat Festival im False Creek. Den ganz besonderen Charme erhalten diese Wettbewerbe dadurch, dass sich viele der Mannschaften aus Arbeitskollegen zusammen setzen, die auf diese Weise nicht nur die Teambildung stärken, sondern auch auf ziemlich gesunde Weise Stress abbauen. In Calgary findet das Festival jedes Jahr auf dem Glenmore Reservoir statt, und so haben wir diesmal wieder einmal vorbei geschaut. Leider hatte die Stadt ein paar Probleme gemacht, deshalb war das Festival diesmal nicht ganz so gross wie sonst, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Ein schöner Sport!

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Die Kuh hat den Folk

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Einmal im Jahr treffen sich die alternativen Albertaner zum Calgary Folk Fest, und diesmal waren wir auch mal mit dabei. Das Festival geht über vier Tage und findet im Prince's Island Park statt, einem perfekten Standort für ein Open Air Concert. Nachmittags gibt es auf verschiedenen Bühnen die unterschiedlichsten Bands, abends auf der Hauptbühne einige Topacts. Wir waren allerdings weniger wegen der Bands (u.a. Connor Oberst, Ani Di Franco und eine grossartige Abigail Washburn mit Bela Fleck) da, sondern mehr um die Atmosphäre zu schnuppern, und die war wirklich schön. Das Wetter hätte allerdings etwas besser sein können, es gab immer wieder Regenschauer und Gewitter, und abends wurde es richtig kühl. Trotzdem ein Höhepunkt des Festivalsommers in Calgary!

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Sun and Salsa

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Der Sommer in Calgary ist kurz, und so drängt sich in den Monaten Juli und August ein Fest an das andere. Heute war das
Sun and Salsa-Festival in Kensington, ein Strassenfest, bei dem man sich, mit Salsa-Chips ausgerüstet, durch verschiedenste Salsa-Sossen durch probieren kann. Ausserdem gibt es noch Musik, Verkaufstände, Tanzvorführungen und jede Menge verrückte Leute.

Roland war wie üblich besonders angetan von den brasilianischen Tänzerinnen, er ist ja schliesslich sozusagen Fast-Quasi-Brasilianer. Aber auch die Griechen haben einen netten Tanz auf den Asphalt gelegt. Wir sind allerdings nicht dahinter gekommen, welchen Tanz die imperialen Sturmtruppen aufzuführen gedachten (oder sind's Kopfgeldjäger?), haben uns aber auch nicht getraut, zu fragen...

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Entwicklung der Hauspreise

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Source: http://www.canadian-housing-price-charts.235.ca/canadian_housing_price_chart.htm

Die erste Kurve ist (natürlich) Vancouver, die zweite ist Calgary. Vielleicht sollten wir nach Montreal ziehen...
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Moving-Sale Rausch

Mit sicherem Einkäuferinnen-Instinkt hat Sonja an der Community Pinwand eine Liste mit Artikeln, die wegen Umzugs zum Verkauf standen, entdeckt. Moving, Yard oder Garage Sales sind immer interessant und mit ein bisschen Glück kann man das eine oder andere gute Stück zu Schleuderpreisen ergattern. Also wurde sofort angerufen und losgeshoppt. Nun sind wir für ein paar Bucks glückliche Besitzer von vier Starbucks Edestahlthermobechern (wollten wir dieser Tag sowieso kaufen), diverser Tupper-Dosen (braucht man immer) und eines Edelstahl-Wasserkessels. Leider war der Mega-Flachbildschirm, das Bügelbrett und der Staubsauger bereits weg und die Dolby Surround Anlage nicht kompatibel, sonst hätte das auch teurer ausgehen können.
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Getting ready for Stampede!

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Morgen geht's wieder los, die Calgary Stampede beginnt, und wir haben heute noch einmal kurzfristig unsere Ausrüstung komplettiert... Jetzt hoffen wir nur, dass die Mücken, die Calgary nach dem sehr feuchten Frühling heim suchen, noch etwas an uns dran lassen werden!

Yee-haw!
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Ain't no mountain high enough!

Dachten wir in unserem Leichtsinn. Aber etwas, an das wir uns wohl nie gewöhnen werden, ist der überdimensionale Nachtisch. Heute ein Beispiel aus dem Montana's. Vier Gabeln gegen einen Mile High Mud Pie, und gewonnen hat der Kuchen! Und für uns gilt, nie wieder Süsses!

Vorher

Nachher
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Kanada auf dem Weg zur WM 2010

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Photo: http://www.canadasoccer.com

Während die Euro 2008 gerade mit Spanien einen verdienten Sieger gefunden hat, befindet sich das Team Canada schon in der
Qualifikation zur WM 2010. Nachdem es in der CONCACAF-Runde 1 ein Freilos gab, wurde in Runde 2 das Team von Saint Vincent / Grenadinen relativ souverän mit 4:1 und 3:0 geschlagen. In Runde 3 gibt es für die in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 60 geführten Kanadier nun eine Gruppe mit 3 Gegnern, den wahrscheinlich unschlagbaren Mexikanern (Rang 14), den hoffentlich leicht schlagbaren Jamaicanern (Rang 98) und dem Schlüsselgegner Honduras, der mit Platz 37 immerhin zwischen Schweden und der Schweiz rangiert. Jetzt hoffen alle auf die kleine Sensation, den zweiten Platz in dieser Gruppe zu erreichen und damit in die Qualifikations-Endrunde einzuziehen. Dies wiederum wäre eine Sechsergruppe wahrscheinlich mit Mexiko, den USA und Costa Rica, aus der sich die besten 3 direkt und der vierte über ein Entscheidungsspiel mt dem fünften aus Südamerika qualifizieren können. Der fünfte aus Südamerika wäre nach momentanen Stand übrigens Brasilien, das sollte doch klappen!

Jedenfalls drücken wir dem kanadischen Team alle Daumen und werden auch mitfiebern, wenn von August bis November die 3. Runde der Qualifikation statt findet! Wir werden berichten!
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Oh Canada Day

Während unsere Gäste heute den Feiertag im Prince's Island Park geniessen, dürfen wir... arbeiten. Das hat durchaus Vorteile, denn heute gab es kaum Verkehr, die Chefs waren nicht im Hause und das Telefon blieb den ganzen Tag über ruhig. Also, Oh Kanada, herzlichen Glückwunsch zum 141. Geburtstag!
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Kanada's Notendurchschnitt


Zu Ferienbeginn hat auch Kanada sein Zeugnis erhalten. Man sollte meinen, dass ein Land mit Wirtschaftswachstum, starker Währung und niedrigen Arbeitslosenquoten, in dem die Lebensqualität höher als irgendwo sonst ist, auch Bestnoten aufzuweisen hat, aber der Kandidat hat im Vergleich mit 17 anderen Industrienationen tatsächlich gerade mal den Klassendurchschnitt erreicht.
Die Wirtschaft stützt sich fast vollständig auf die Ausbeutung der Bodenschätze, und weil man damit ja schon ganz netten Profit macht, muss man ja auch nicht in Forschung und Entwicklung anderer Wirtschaftszweige investieren. Welche bahnbrechenden Innovationen kennt man aus Kanada, den Blackberry von 1999 mal ausgenommen? Dass sich die Ausbeutung von Resourcen nicht gerade mit Umweltschutz verträgt, und sich das Land entsprechend in der untersten Bewertungskategorie wieder findet, verwundert ebenfalls nicht.
Auch das in der PISA Studie hoch gelobte Ausbildungssystem konnte uns bisher nicht wirklich überzeugen. Wenn die kanadische Bildung so viel besser ist, warum begegnet man nicht wirklich vielen innovativen, smarten, zukunftsorientierten KanadierInnen? Naja, vielleicht bewegen wir uns nur in den falschen Kreisen. Jedenfalls weiss das Conference Board of Canada zu berichten, dass 4 von 10 Menschen in diesem Land nicht einmal über ausreichend Allgemeinbildung verfügen, um mit dem Alltag klar zu kommen. (quote: "7 million adult Canadians—or 4 in 10—do not have the literacy skills to cope with the demands of everyday life and work in modern society.")
Das Gesundheitssystem ist sicher nicht schlecht, es ist preiswert (in Alberta kostet es gar nichts, Zusatzversicherungen zahlt der Arbeitgeber), modernste Ausrüstung und Infrastruktur ist vorhanden. Allerdings fehlt es an Fachkräften und Nachwuchs, aber das ist nicht nur ein kanadisches Problem.
Zuletzt befindet sich die Gesellschaft im Umbruch. Auch kein ausschliesslich kanadisches Phänomen ist die Zuwanderung aus verschiedensten Kulturkreisen, die Überalterung, zu viel Stress durch Arbeitskräftemangel, aber auch der gesellschaftliche Druck, der mit Geld oft verbunden ist (mein Haus, mein Auto etc...). Aber, auch wenn Kanada in der Kategorie Lebensstandard im Ranking der letzten Jahrzehnte vom vierten auf den neunten Platz gefallen ist, den
gefühlten Lebensstandard kann jeder noch für sich selbst festlegen, und wir fühlen uns hier (immer noch) sehr wohl.
Quelle: http://sso.conferenceboard.ca/HCP.aspx
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Kein Respekt vor ur-kanadischen Traditionen



CBC will den Jingle 'Hockey Night in Canada', komponiert 1968 von Dolores Claman und Kanadas geheime Nationalhymne, nicht mehr weiter verwenden. Die Trauer ist gross, Millionen Hockey Fans sind fassungslos. Wir auch, nämlich darüber, dass in allen Medien seit Tagen gross und breit darüber berichtet wird, als wenn es nichts Wichtigeres gäbe... Das wäre etwa so, als wenn man sich in Deutschland darüber aufregen würde, das sich der Titelsong der Sportschau ändert.



Alles klar?!? Nebenbei klingt für uns Nicht-Kanadier Hockey Night eher wie der Vorspann zu Dallas oder zu irgendeiner anderen Soap-Opera, aber das ist ja Geschmack- bzw. Gehörsache.
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6 ways to save on gas in Calgary

So lautete heute die vielversprechende Schlagzeile des Lokalsenders CTV. Statt jedoch halbwegs sinnvolle Vorschläge zu präsentieren, wie z.B. bei Gasbuddy nach dem günstigsten Anbieter zu suchen, Fahrgemeinschaften bilden, auf's Fahrrad (ok. in Calgary nur Lebensmüden zu empfehlen) oder auf öffentliche Verkehrsmittel (ok. auch nicht immer einfach) umzusteigen, vorausschauend fahren oder sich mal nach sparsameren Fahrzeugen (jetzt mit Eco-Rebate) umzuschauen, gibt es diese wieder mal sehr typischen Redneck-Vorschläge:

1. Fahr zum Tsuu T'sina Gas Stop! (Die Anfahrtzeit und der Benzinverbrauch, um dahin zu gelangen ist ja egal, hauptsache es ist billig.)
2. Gib $200 beim Superstore aus und erhalte einen Benzin-Gutschein von $25! (Es geht ja nur darum am Benzin zu sparen, nicht insgesamt weniger Geld auszugeben.)
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What goes up must come down

Die Lage auf dem Immobilienmarkt entspannt sich wieder. Der Calgary Herald meldet, dass die Preise inzwischen durchschnittlich um 30% gefallen sind, und das Angebot an Häusern und Wohnung wieder umfangreicher wird. Uns kann das ja (noch) egal sein, wir haben relativ günstig gekauft und wollen in nächster Zeit eh nicht umziehen...
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Kaffee?

Viel weniger Gedanken um den Kaffeenachschub wird sich Sonja in den kommenden Tagen (oder Wochen) machen müssen, denn sie hat eine Geschenkgutschein-Plastikkarte gewonnen, und kann diese bei TIM's direkt gegenüber einlösen gehen.
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Luxusland Kanada

Kanada ist zu teuer, besonders wohl für den Joe Average aus Amerika. Die Besucherzahlen waren seit Beginn der Statistik in 1972 noch nie so niedrig, weiss der Calgary Herald zu berichten. Das mag in erster Linie am schwachen US-Dollar liegen, aber auch die Besucherzahlen aus Europa sind rückläufig, und das trotz des starken EUROs. Wo sind die nur alle hin? Im Gegensatz dazu werden die Kanadier (im Besonderen wohl die Albertaner) jedenfalls immer reiselustiger, denn die Auslandsurlaube sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. UND WAS IST MIT UNS? Wir wollen auch gern wieder in den Urlaub fahren, aber erstmal ist wohl eine Autoreparatur angesagt...
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Wir sind so global!

Ein normaler Tag in Kanada. Der Wecker aus Taiwan beept. Man schält sich aus der türkischen Bettwäsche und beginnt den Morgen mit kalifornischem Obst, ausgepresst auf der chinesischen Obstpresse, dazu ein Kaffee aus der italienischen Espressomaschine im Becher made in Thailand. Nach dem Duschen greift man zum Handtuch aus Deutschland, sucht sich passende Kleidungsstücke aus dem asiatischen Raum (Kambodscha, Vietnam, Korea), wahlweise auch Mittel- oder Südamerika (Mexico, Chile) und wählt dazu die passenden italienischen Schuhe aus. Schnell noch die emails auf dem Computer made in China gecheckt, bevor es dann im Fahrzeug made in Germany zur Arbeit geht. Ja, und in der Firma werden dann von den Kollegen, die zum Grossteil aus Korea, China, von den Philippinen, aus Indien, Sri Lanka, Jamaika, Kenia, dem Iran oder aus Mittelamerika stammen, Produkte MADE IN CANADA hergestellt. Auf dieser Seite findet man ein - leider nicht sehr umfangreiches - Verzeichnis kanadischer Hersteller. Aber wenn man den Umsatzzahlen von Walmart und Konsorten Glauben schenken darf, ist es offensichtlich dem Kanadier genauso wie uns Deutschen grundsätzlich egal, wo das Produkt hergestellt wurde, solange es nur preiswert ist.
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Aus dem Häuschen...

Die
(etwa vergleichbar mit dem
Verleih in Deutschland) werden dieses Jahr in Calgary verliehen. Das Medienspektakel im Saddledome macht die Stadt an diesem Wochenende zum Nabel der (Musik-)Welt (in Kanada). Yeah, fine, sure, whatever, letztes Jahr fand die Verleihung in Saskatoon statt, auch so ein Nabel der Welt. In der Tat scheint nicht mal der
das Gehabe wirklich ernst zu nehmen.
Die Ähnlichkeit des Juno-Logos mit dem Standard "Herren"-Piktogramm, welches auf öffentlichen Toiletten zu finden ist, ist rein zufällig und nicht beabsichtigt und steht sicherlich auch in keinem Zusammenhang mit der Qualität dieser Veranstaltung.

Manch einer der
wird sicherlich auch überregional bekannt sein, und leider ist auch die Anwesenheit des Aliens Celine Dion wohl bei solchen Ereignissen unvermeidbar.
Host (oder auf deutsch: Showmaster) ist der anglo-indisch-kanadische Comedian
, der ungeachtet aller kanadischen
besonders gern die verschiedenen ethnischen Gruppen auf's Korn nimmt, hier ein Beispiel:

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Heisshunger auf Steak

Seit einiger Zeit befassen wir uns schon mit dem Gedanken, uns einen Barbeque-Grill zuzulegen und damit der kanadischen "Koch-Kultur" näher zu kommen. Ein Modell hat der Herr des Hauses (Grillen ist schliesslich Männersache) dank Erfahrungsberichten (Quote: "wir grillen eigentlich jeden Tag.") bereits ins Auge gefasst.

Als nächstes werden wir uns dann noch den für Alberta zwingend vorgeschiebenen Bumper Sticker (I love Alberta Beef)


auf die Stossstange (mit drei s) kleben. Dieser Aufkleber wurde vor ein paar Jahren wegen eines BSE-Falles von der Fleischindustrie in Umlauf gebracht und wird heute offensichtlich bei Pick-up Trucks bereits serienmässig mitgeliefert.

Ganz hoch auf unserer Prioritätenliste für den bevorstehenden Heimaturlaub steht jedoch eher ein argentinisches Steak in unserem spanischen Lieblingsrestaurant.
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Nicht billig...

... ist das Leben in Calgary. Laut einer KPMG Studie befindet die Präriestadt inzwischen auf Rang Zwei der teuersten Städte Kanadas. Vancouver - wen wundert's - ist auf Platz Eins. Aufgrund seiner Stellung als "wirtschaftlicher Umschlageplatz" (quote: hub of economic activity) scheut Adam Legge, Chief Economist bei Economic Development Calgary auch den Vergleich mit anderen Wirtschaftszentren wie New York und London nicht. Wir würden Calgary's Stellung vielleicht eher mit Houston oder Düsseldorf gleichsetzen. Aber London oder New York?
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Frohe Ostern!

Karfreitag ist auch in Kanada ein Feiertag, aber geschlossene Geschäfte sucht man vergeblich. Im Gegenteil, denn gerade an den Feiertagen hat der potentielle Kunde doch viel mehr Zeit und Ruhe, einzukaufen. Wenn man dazu den Artikel im Kölner Stadtanzeiger gegenüberstellt: Ostersonntag keine frischen Brötchen!
dann sagen wir uns: Bei uns aber schon! Und zwar jeden Tag! Danke Kanada, dass es dieses elende Ladenöffnungszeitengesetz hier nicht gibt. Hier entscheiden die Geschäftsinhaber noch selbst, wann und wie lange sie geöffnet haben.
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Triumpf für die PC's

... mal wieder. Frei nach dem Motto: "Stellt Euch vor es sind Wahlen, und keiner geht hin" haben es die Konservativen (wir lassen das mal mit dem progressiv) geschafft, an der Regierung zu bleiben. Mit einer negativen Rekord-Wahlbeteiligung von 41% ist das auch kein Wunder. So kann Demokratie nach hinten los gehen, wenn der Wähler, statt sein Wahlrecht wahrzunehmen, von seinem Nichtwahlrecht Gebrauch macht. Das verstehe wer will, denn genau diese Nichtwähler werden unberechtigterweise in der nächsten Regierungsperiode nichts besseres vor haben, als an der Situation herum zu mäkeln. Das Phänomen gibt's also nicht nur in Deutschland.
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Ist Paranoia ansteckend?

Von unserem Nachbarn im Süden sind wir ja einiges gewöhnt, was "Waffenkultur" angeht, doch nun scheint sich das Bedürfnis zur bewaffneten Selbstverteidigung auch mehr und mehr in Kanada auszubreiten. Kanada's Park Wardens (Wildhüter im Nationalpark, in den USA auch Park Ranger genannt) sollen nun wohl mit Handfeuerwaffen ausgestattet werden. Obwohl das Leben in der Natur sicherlich nicht ungefährlich ist, und sich die Wardens des öfteren mit Wilderern oder auch extrem auffälligen Touristen auseinander setzen müssen, halten wir diese Massnahme doch für etwas überzogen. Beruhigend ist jedoch, dass sich wohl einige der Nationalparkangestellten weigern werden, diese Aufrüstung mitzumachen. Quelle: CBC

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Wähl mal wieder!

Irgendwie, irgendwo, irgendwann wird immer irgendwer für igendwas gewählt. Anfang März ist wieder so ein Termin: Provinzwahlen. Die Parteien sind ihren deutschen Pendants nicht nur in Aussage (welche Aussage?) und Inhalten (braucht man die?) recht ähnlich...

Im Angebot haben wir diesmal:

- Die Liberals (Slogan: IT'S TIME) mit den Kernzielen Verbesserung des Gesundheitsweses, Reduzierung von Treibhausgasen und Versprechungen zu Investitionen ins Bildungswesen
- Die Greens (Slogan: HAPPIER, HEALTHIER, WEALTHIER), logischerweise mit Entwicklung sauberer Alternativenergien, Verbesserung des Gesundheitswesens und Wirtschaftswachstum (aha?)
- Die Alberta Party, Konzept unklar, Slogan beunruhigend: "To protect and promote the best interests and freedoms of Albertans."
- Die Social Credit, der Name klingt nach Geldinstitut, politische Richtung unklar, Slogan: R U READY? Gegenfrage: What for?
- Die National Democrats (Slogan: ON YOUR SIDE) mit Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit, ist familienorientiert und gewerkschaftsfreundlich (in Alberta? Unmöglich!) und Befürworter umweltfreundlicher Energien.
- Die Communist Party, keine Webseite, der Name ist wohl genug Programm.
- Die Separation Party, die hätten sich auch direkt "Redneck Party" nennen können: Alberta for Albertans, Ottawa sucks and WTF is Kyoto?
- Die Wildrose Alliance (Slogan: TODAY, TOMORROW, TOGETHER), Konzept bei den Liberalen abgeschrieben oder umgekehrt.
- Und last but not least die derzeitige Regierungspartei: die Progressive Conservatives, der Name ein Oxymoron, der Slogan CHANGE THAT WORKS (aber nur mit uns, den progressiven Konservativen!), Konzentration auf Wirtschaftswachstum, Investition ins Gesundheits- und Bildungswesen, Alternativenergien... kommt einem irgendwie bekannt vor.

Wie in Deutschland hat man also auch hier in Kanada die echte (Qual der) Wahl!
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The Boom-Virus heads East

Wie ein Virus breitet sich das Wirtschaftswachstum nun auch in die östliche Nachbarprovinz Saskatchewan aus. Auch dort warten Bodenschätze darauf, erschlossen (ausgebeutet) zu werden. Die Infrastruktur ist jedoch nicht vorbereitet, es fehlt an Transportwegen, Wohnraum, Entsorgungskonzepten und medizinischer Versorgung. Die Immobilienpreise sind seit 2006 bereits um 45% gestiegen und werden es Joe Public (a.k.a. Otto Normalverbraucher) schwer machen, Eigentum zu erwerben oder zu halten. Hoffentlich lernt man rechtzeitig aus den Fehlern, die in Alberta gemacht worden sind...
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Alle Jahre wieder...

... macht uns die kanadische Regierung ein Steuergeschenk. Die Mehrwertsteuer wird zum Jahresanfang um einen weiteren Prozentpunkt auf 5 (fünf!) % gesenkt. Wenn das so weitergeht, bekommen wir für jede Geldausgabe demnächst eine Steuerrückerstattung. Mal sehen, wie lange dieses Prinzip gutgeht. Der Handel jubelt jedenfalls bereits über die in diesem Jahr erzielten Umsatzergebnisse und der Konsum ist ungebrochen.
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Wetter, Wetter, Wetter

Es wird kalt im Staate Kanada, und das bedeutet "Hausarrest". Vorräte aufgestockt? Kamin funktioniert? Ein Computer pro Person im Haushalt und Internet? DVD- und Büchersammlung aktualisiert? Na, dann kann der Winter ja loslegen. Wie schön, dass wir nicht mehr Schneeschaufeln müssen und unser Auto ein warmes Plätzchen in der Tiefgarage hat. Und nach Eröffnung des hauseigenen Fitness-Centers kann (könnte) man oder frau sich sogar indoor körperlich betätigen.
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In die Wildnis 2: Umkleidekabinen

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Ein weiteres Beispiel für die gnadenlose Knappheit an Arbeitskräften in Calgary ist der Zustand der Umkleidekabinen bei "The Bay", dem Kaufhof/Karstadt Kanadas. An einem Samstagabend türmt sich die anprobierte, aber nicht für gut befundene Ware METERHOCH in den Kabinen! Viel besser sah es übrigens im Laden auch nicht aus. In der gesamten Herrenabteilung kämpften gerade mal drei tapfere Mitarbeiter mit den Kassen, den Kunden und den sich auch dort stapelnden Klamotten.

Die Kassen waren noch nicht einmal vorprogrammiert, um die gerade statt findende Rabattaktion (beim Kauf von zwei Hemden kostet das zweite nur 50%) zu berücksichtigen. Die Kunden mussten also den Mitarbeitern im Laden zeigen, dass das Sonderangebot für die gekaufte Ware tatsächlich gültig ist!

Das Wort "Beratung" sollte man in diesem Zusammenhang natürlich gar nicht mehr in dem Mund nehmen. Wir erinnern uns noch an Zeiten, als man keine fünf Meter bei The Bay zurücklegen konnte, ohne von einem Kundenbetreuer angequatscht zu werden. Lang ist's her!
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Fassungslos!

Das ist Kanada? Ein polnischer Immigrant wurde am Flughafen von Vancouver von der Polizei nieder getasert und
an den Folgen. Robert Dziekanski wartete offensichtlich bereits seit mehreren Stunden auf seine Mutter, war wahrscheinlich übermüdet, hungrig, hilflos, irritiert und war nicht der englischen Sprache mächtig. Draussen wiederum versuchte seine Mutter, etwas über den Verbleib ihres Sohnes herauszubekommen, wurde aber immer wieder abgewimmelt. Über die Zeit wurde der Mann immer agitierter und verstörter und fing an, mit Dingen um sich zu werfen, worauf die Sicherheitskräfte die Polizei einschalteten. Ein Dialog mit dem "Täter" fand gar nicht erst statt. Offensichtlich wurde der Pole direkt als Bedrohung der vier (!) Polizeibeamten angesehen, die dann schnell zum Taser griffen. Diese schockierende Situation wurde von einem Fluggast gefilmt; das Video wurde zwar von der Polizei beschlagnahmt, später jedoch nach Androhung rechtlicher Konsequenzen frei gegeben und steht nun den Medien und auch auf
zur Verfügung. Ein unrühmliches Bild kanadischer Polizeiarbeit! Die Polizisten sind übrigens immer noch nicht vom Dienst suspendiert worden. Ganz Kanada ist zutiefst betroffen und fassungslos, dass so etwas hier passieren kann! Szokujący!
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Schnäppchenjäger… my ass!

Der kanadische Dollar hat heute zwischenzeitlich einen neuen Rekordhöchststand von US$ 1.0621 verzeichnet. Genau genommen ist das allerdings nicht ganz korrekt, denn BEVOR der Staat Kanada gegründet wurde, hat es im Jahr 1864 mal einen Kurs von US$ 2.78 gegeben, als Folge des US-Bürgerkriegs...

Das Dauerhoch des Kanadischen Dollars lässt Schnäppchenjäger’s Herz höher schlagen. So begibt man sich mal eben über die Grenze und kauft sich einen tollen neuen Wagen für viel weniger Geld. Da kann man zum Beispiel für einen Audi A6 bis zu 30,000 $ sparen... An der Grenze gibt’s noch keine Probleme, dafür aber bei der Zulassung im Heimatort. So geschehen einem Käufer, der nun sein Auto in der Auffahrt stehen lassen muss, weil das Modell in Kanada nicht registriert ist. Schuld hat natürlich der Händler, bzw. Hersteller und nicht der Kunde… Wohl dem, der sich vorher auf der
Transport Canada Webseite schlau macht, was er denn einführen darf. Wir Immigranten wissen das natürlich ;-)

Quelle:
ctv
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Gefährlicher Verkehr

Wir heute auf cbc berichtet, gab es in Alberta im Jahr 2006 453 Verkehrstote, immerhin 13 weniger als im Jahr zuvor. Neun von zehn Verkehrsunfällen werden durch "schlechtes Fahren" verursacht, wie z.B. zu wenig Abstand, Abkommen von der Fahrbahn oder Linksabbiegen trotz Gegenverkehrs. NRW mit seinen 18 Millionen Einwohnern hatte übrigens laut wdr im ersten Halbjahr 2005 402 Verkehrstote zu beklagen. Im mit nur gut drei Millionen Menschen besiedelten Alberta ist also die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Verkehrsunfalls drei mal so hoch wie in Nordrhein-Westfalen!

Da hilft nur eins: Augen auf im Strassenverkehr, und immer den siebten Sinn eingeschaltet lassen!
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Stark Genug?

07 Tough

Stampede-Time! Morgens früh um sieben ab nach Downtown, den Wagen bei unserer Freundin Jane auf der Nordseite des Stadtkerns abgestellt, ein kurzer Spaziergang zum Veranstaltungsort... und während andere noch im Stau standen, wurden wir dank Lieferanten-Sponsoring bereits mit Sekt und Frühstücksbuffet verwöhnt, gute Plätze für die Parade inclusive.

Im Rahmen eines Spendenaufrufs für die Brustkrebsforschung lautete das
Eröffnungmotto der diesjährigen Stampede Parade "Are you tough enough to wear pink?" So waren dann all die harten Cowboys in rosa Hemden gekleidet... und das sah gar nicht mal so übel aus, manche können eben alles tragen.

07 Bull

07 Natives

Nicht so "tough" fühlte sich jedoch offensichtlich unser Audi. Auf dem Weg zur Arbeit erschienen unerfreuliche Warnlichter auf dem Display, was Igor dazu brachte, sein Diagnosegerät (er hat für alles ein Gadget... gut für uns!) zu zücken. Die Fehlercodes, die das Gerät lieferte, veranlassten die Audi-Werkstatt, uns zu raten, den Wagen stehen zu lassen. So wurde ein Abschleppdienst beauftragt und ein kostenloser Leihwagen gestellt. Mach uns nicht schlapp, Junge!

07 Abgeschleppt

Am Abend haben wir uns dann mit Christiane, Dirk und Familie auf den Stampede Grounds getroffen und gemeinsam das Chuckwagon-Rennen und die Bandstand-Show mit Feuerwerk erlebt. Die Choreografie und musikalischen Arrangements waren hervorragend, die Stimmung grandios. Es müssen zeitweise mehr als hundert Tänzer auf der Bühne gestanden haben, im Alter von 10 - 30 Jahren. Dazu gab es einen unglaublichen Akrobaten, der, an Tüchern hängend und zwanzig Meter in der Luft schwebend, den Gesetzen der Schwerkraft trotzte und die tollsten Figuren präsentierte; fliegende Motorräder; einen wirklich witzigen Bauchredner, und, und, und... Ein fantastisches Erlebnis und unbedingte Empfehlung für jeden Stampede-Besucher! Um ein Uhr morgens waren wir schliesslich im Bett... was für ein Tag
.

07 Magers

Grandstand
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Stampede Spirit



Es geht wieder los. Die Stadt rüstet auf zur Stampede. Vom 6. bis 15 Juli steht wieder alles Kopf, Anzüge und Krawatten werden gegen knackige Jeans, Cowboyhemden, -stiefel und -hüte getauscht. Die Mittagessen sind in diesen Wochen dank zahlreicher Einladungen zu BBQs bei Geschäftspartnern auch gesichert. Zur Einstimmung gibt es das Promo-Video von www.calgarystampede.com, ein Gemisch aus Brokeback Mountain und Marlboro Werbung... merke: Cowboys sehen immer toll aus, benehmen sich wie Gentlemen, sind echte Kerle... und ganz Calgary ist natürlich voll davon. YEEHAW!
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Traffic and Taxes

152582-48568

Ja, beides hat was mit "Steuern" zu tun. Zum einen gab es einen Bericht im
Herald zur Unfallstatistik - Schlagzeile: 10,000 Unfälle in 5 Jahren - auf dem Deerfoot Trail. Auf der wohl wichtigsten Nord-Süd-Route Calgary's geschehen etwa 2,000 Unfälle im Jahr, Tendenz steigend. Das bedeutet: durchschnittlich 6 Crashs am Tag! Diese Situation hatte uns ja u.a. in unserer Entscheidung bestärkt, in den Süden Calgary's umzuziehen. Und aus gegebenem Anlass, nachdem (mal wieder) ein Polizist im Dienst schwer verletzt wurde, werden (mal wieder) Fragen zur möglichen Verbesserung der Verkehrssituation auf dieser Strecke laut. Neben dem Strassenzustand und den meist viel zu kurzen Auf- und Abfahrten sind leider die Autofahrer das Hauptproblem! Das ist jetzt nicht etwa unser ironischer Kommentar, sondern wurde aus besagtem Artikel zitiert. Besonders das Telefonieren während der Fahrt, das Spurwechseln ohne zu blinken und das Hineinquetschen in Sicherheitsabstände wurde als Hauptgefahrenquelle angesehen. Wahrscheinlich bleibt es allerdings - wie so oft - wieder beim Kölschen Konjunktiv: Das wollten wir dieser Tage geändert haben...
 
Diesmal haben wir unsere Steuererklärung elektronisch abgegeben. Wir haben abends gegen 21 Uhr wegen einiger Unklarheiten bei der Behörde angerufen (wo gibt's denn sowas?) und wurden (nach weniger als zwei Minuten Wartezeit) hervorragend beraten. Wer braucht da noch einen Steuerberater? Das ist Service Canada! Das Steuerprogramm (Quicktax) kauft man bei Cosco. Dieses führt einen durch das gesamte Steuerformular. Das Resultat wird dann elektronisch an die Steuerbehörde versendet. Belege muss man nicht vorweisen, der Staat baut auf die Ehrlichkeit des Steuerzahlers (wo gibt's denn sowas?), allerdings muss man die Belege 6 Jahre aufbewahren, falls doch noch einmal (auf Zufallsbasis?) eine Steuerprüfung durchgeführt werden sollte. Innerhalb von 10 Tagen hatten wir unsere Steuerrückzahlung auf dem Konto... ja, wo gibt's denn sowas!
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Verkehrsregeln für Calgary

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Mike von der “Deutsche in Calgary”-Gruppe hat eine Liste neuer Verkehrsregeln für Calgary geschickt, und wir können diese im allgemeinen nur bestätigen. Hier eine Auswahl:
 
2. Die morgendliche Rush Hour geht von 5:00 bis Mittag, die abendliche von 12:00 bis 20:00. Wochenendverkehr beginnt Donnerstag morgens (Anmerkung Roland: die Rush Hour entfällt, wenn die Oil Companies einen freien Freitag haben).
3. Regeln für Vorfahrt an einem 4-Way Stop: Autos/Trucks mit dem lautesten Auspuff zuerst, dann Trucks mit den grössten Reifen. Ausnahme: Muttis in SUV’s, die mit ihrem Handy telefonieren, haben IMMER Vorfahrt!
6. Hupe niemals jemanden an. Das ist eine schwere Beleidigung und kann damit enden, dass Du erschossen wirst.
7. Baustellen sind permanent und fortwährend. Während der Nacht wird in Baustellen die Verkehrsführung regelmässig geändert, um den Spass zu erhöhen. Baustellen werden niemals beendet, aber es gibt immer wieder neue.
8. Halte jederzeit Ausschau nach Hindernissen wie Betrunkenen, Skunks, Hunden, Katzen, Tonnen, Kegeln, Kühen, Pferden, Matratzen, kaputten Reifen, Müll, Eichhörnchen, Krähen. Und Koyoten, die gerade irgendetwas davon fressen.
9. Wenn jemand seinen Blinker betätigt, weise ihn freundlich darauf hin, dass dieser versehentlich eingeschaltet worden sein muss.
 
Wir würden gerne noch einige Regeln hinzufügen, die nicht in dieser Liste waren, aber offensichtlich existieren:
 
17. Wenn Du auf eine grüne Ampel zufährst, bremse. Es könnte sein, dass sich gerade ein Koyote auf der Kreuzung befindet, der eine Krähe, Kuh oder einen Betrunkenen frisst.
18. Wenn du auf eine rote Ampel zufährst, halte Dein Auto etwa zehn Meter hinter Deinem Vordermann an. Dies gibt Dir genügend Gelegenheit, während der Rotphase einige Male einen Meter nach vorne zu ziehen.
23. Wenn Du auf einer mehrspurigen Strasse unterwegs bist, halte maximal 2 Meter Abstand zu Deinem Vordermann (ausser Du stehst an einer Ampel).
24. Wenn Du auf einer mehrspurigen Strasse unterwegs bist, und Dein Nebenmann lasst eine Lücke grösser als zwei Meter zu seinem Vordermann, wechsle sofort die Spur und fülle diese Lücke. Frag nicht warum, es ist in Deinen Genen!
30. Wenn Du auf einen Kreisverkehr triffst, stoppe Dein Auto sofort und warte, bis der Kreisverkehr verschwindet!
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Hauspreise rund um Calgary

Wie der Calgary Herald heute berichtete, sind in den vergangenen zwei Jahren die Hauspreise nicht nur in Calgary explodiert, sondern mindestens im gleichen Umfang in den umliegenden kleineren Orten. Im Normalfall haben sich die durchschnittlichen Verkaufspreise für Häuser und Wohnungen fast verdoppelt. Dies liegt natürlich auch an dem überdurchschnittlichen Anteil an NEUEN Häusern, aber auch alte Häuser gehen weg wie warme Semmeln.

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Trotzdem kühlt sich die Situation ein wenig ab, denn die Fertigstellung neuer Häuser im Raum Calgary ist im ersten Quartal 2007 verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2006 deutlich zurückgegangen. Ob dies nur auf den langen, harten Winter zurückzuführen ist oder ob dies tatsächlich ein erstes Signal zu einer Normalisierung ist, wagt hier noch niemand zu prognostizieren.
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Medizinische Versorgung

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Nicht erst seit gestern ist das Thema medizinische Versorgung in Calgary ein heisses Eisen und beunruhigt im besonderen uns deutsche Einwanderer, die wir eine gute und flächendeckende Versorgung von Deutschland gewöhnt waren: die Palette reicht von fehlenden (kompetenten!) Hausärzten bis hin zu fehlenden Krankenbetten und (jahre)langen OP-Wartezeiten.
Während Ex-Premier Klein das Problem erfolgreich ignoriert hatte (frei nach Ullalala Schmidt: “Bleiben Sie gesund! Anders wär nämlich schlecht...”), hat Alberta's neuer Premier Stelmach die Finanzierung eines neuen Krankenhauses durch Provinz-Mittel genehmigt. Endlich hat man das Gefühl, dass mal etwas Sinnvolles mit den Steuergeldern getan wird. Geplante Eröffnung soll bereits 2010 sein. Hoffentlich werden gleichermassen Anstrengungen unternommen, für medizinisches und Pflegepersonal zu sorgen... Man könnte beispielsweise die Zulassungen emigrierter Ärzte vereinfachen?!
Quelle:
http://www.canada.com/calgaryherald/story.html?id=b3fd75ad-19bb-402a-bd3e-aaeff00cdda3&k=0
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Newsflash!

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Oh Wunder, das Blatt unserer täglichen Belustigung hat - zum Thema hohe Benzinpreise - das Spritsparen entdeckt und bahnbrechende Feststellungen veröffentlicht.
Hier wird erklärt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Benzinverbrauch und Fahrverhalten besteht... ach was? So beeindrucken Expertentipps mit Ideen wie vorausschauender, ausgeglichener Fahrweise oder sogar Routenplanung - um Umwege oder Staus zu vermeiden. Wer kanadisches Fahrverhalten im täglichen Strassenverkehr beobachtet, weiss, dass dieses eine Fiktion bleiben wird.
Und alles, was das Leben des Kanadiers an sich erst lebenswert macht, soll vermieden werden: die geliebte Standheizung, damit das Auto schön warm ist, wenn man eine halbe Stunde später losfahren will; Breitreifen oder hochgebockte Trucks/SUVs - weg damit; Für Truckfahrer wird sogar eine Abdeckhaube empfohlen, um die Aerodynamik zu erhöhen. Nun, der Kenner weiss, ein Truck und Aerodynamik an sich schliessen sich gegenseitig aus. Und dann geht es an das Herzstück: Kein unnötiges Equipment mitschleppen, wie z.B. das Skidoo, Quad oder Dirt-Bikes, welche so unerlässlich für das Outdoorleben des Kanadiers sind. Denn diese benötigt man doch für ein paar Stunden am Wochenende, um sich mit seinen Buddies auf ein paar Six-Packs in der Natur zu treffen. Wäre dann auch lästig, diese unter der Woche wieder in der Garage zu verstauen, zumal dann ja keiner sehen würde, dass man über diese coolen Fortbewegungsmittel verfügt (nicht dass diese kein Benzin verbrauchen würden...).
Zuguterletzt, wahrscheinlich um die empörten Truck-Fahrer wieder zu besänftigen, gibt es dann noch ein paar moderate Ideen wie: Reifendruck regelmässig prüfen, Fenster beim Fahren geschlossen halten, oder Beleuchtung und Scheibenheizung ausmachen, wenn man sie nicht braucht.
Ergänzend zu einer regelmässigen Fahrzeugwartung fällt uns dazu nur noch ein:  ein Königreich für TÜV und ASU!
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Tulpen, Borkenkäfer und Winter in Kanada

Wir haben uns über die ernst gemeinten Vorschläge zu unserem letzten Posting sehr gefreut. Ja, in der Tat ging es uns sofort besser, als wir diesen alten Schlager in unserer Mailbox fanden...
Nachdem wir uns dann von unserem hysterischen Lachanfall erholt hatten, haben wir zum Dank an alle, die uns ihr Mitgefühl ausgedrückt hatten, eine Fotoserie unserer Winter-Im- (nicht De-)pressionen zusammengestellt. Die Bilder stammen aus den Monaten Januar bis April und Oktober bis Dezember 2006, sowie Januar/Februar 2007. Das Video gibt's hier!

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Hoffnung auf einen baldigen Frühling bescherten uns nicht nur die milden T-Shirt Temperaturen von 7 Grad Plus und Sonnenschein, sondern auch die Tatsache, dass es eine
Calgary-Tulpe gibt, die wohl hart genug ist, um auch bei widrigen Wetterbedingungen "auszuschlagen". Wir werden mal ausprobieren, ob unser Balkon der geeignete Ort für diese zähe Pflanze sein kann... Es soll sich hier um eine kleinwüchsige, weiße Tulpe mit gelber Mitte handeln.
 
Nochmals herzlichen Dank für die vielen lieben Mails!
 
Nicht so widerstandsfähig scheinen Albertas Wälder zu sein. Im Calgary Herald wurde über die
dramatische Ausbreitung des Pine Beetles berichtet, der inzwischen von der Nachbarprovinz BC ins nördliche Alberta eingefallen ist. Zählte man im Jahr 2005 noch 19,000 befallene Bäume, so waren es im Herbst 2006 schon 800,000, und jetzt glaubt man, dass die Zahl bereits auf 1,5 Millionen gestiegen ist! Mit grossem Aufwand versucht man der Ausbreitung Herr zu werden und schlägt kilometerlange Schneisen durch die Wälder, um ein Überspringen auf gesunde Wälder zu verhindern, wie uns ein Augenzeugenbericht bestätigt hat. Allerdings ruft es bei uns etwas Unverständnis hervor, dass Alberta nun auf 100 Millionen Dollar Hilfe aus Ottawa wartet, nachdem noch letzte Woche ein Haushaltsüberschuss 2006 von 7 Milliarden Dollar verkündet worden war.
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Carnaval in Calgary

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Calgary ist ganz sicher nicht Rio, aber das hindert die hier lebenden Brasilianer nicht daran, trotzdem ordentlich Karneval zu feiern. Das wollten wir natürlich nicht verpassen und haben uns deshalb mit einigen Expats im Red & White Club am Football-Stadion der Calgary Stampedes eingefunden. Auf Leinwänden und Grossbildschirmen wurden beindruckende Bilder des Karnevals in Rio gezeigt, während auf der Tanzfläche - zu Musik einer brasilianischen Band aus Vancouver - die Post abging. Zwischendurch gab es eine
Capoeira-Vorführung sowie die Präsentation wunderschöner brasilianischer Karnevalskostüme. Das einzige, was uns nicht so gut gefiel, war die lange Schlange am Caipirinha-Stand, aber der wurde nun mal handgemacht und das dauert einfach ein bisschen.
Unser Wunsch, einmal den echten Karneval in Brasilien zu erleben, wurde auf jeden Fall wieder einmal bekräftigt!
Ein kleines Video gibt's
hier!
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Splitternackte Damen!

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Und nun, da wir die uneingeschränkte Aufmerksamkeit aller (männlichen) Mitleser haben, können wir den Skandal auflösen. Wir waren gestern im Konzert der Barenaked Ladies, einer Band aus Toronto, deren Musik uns schon seit vielen Jahren begleitet. Der Saddledome ist mit 17.000 Sitzplätzen - soviel kommt es einem eigentlich nie vor -  eine ausgezeichnete Sporthalle, aber ein akustisches Desaster bei Konzerten, da denkt man gern an den Henkelmann in Köln zurück. Nichtsdestotrotz vermochten BNL mitzureissen und haben mit ihren humoristischen Einlagen nicht nur musikalisch exzellente Unterhaltung geboten. Für Roland war das ein besonderes Erlebnis, hat er die Band doch in ihren Anfangstagen in einer verrauchten Kölner Kneipe vor 200 Zuschauern erlebt. Ein kleines Video gibt's
hier.
 
So, und jetzt geht alle los und kauft die CDs. Wir empfehlen vor allem diese hier:
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Calgary liegt am Meer

Heute morgen gab es im Radio einen Bericht über die gerade in Calgary beginnende Bootsaustellung  “Calgary Boating Exposition”. Es wurde natürlich jedem empfohlen, sich die tollsten Neuigkeiten aus der Bootswelt anzuschauen, und jetzt sei sowieso die Zeit der besten Schnäppchen. Der Berichterstatter erzählte weiterhin begeistert von Bootstouren an der kanadischen Westküste, und das die “Nähe zum Ozean eine der Hauptattraktionen an Calgary” sei.
Stimmt, wir haben an Köln auch immer besonders geschätzt, dass das Mittelmeer direkt um die Ecke liegt!
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Hard Working Or Hardly Working?

StatsCanada hat in einer (repräsentativen) Umfrage festgestellt, dass in der Prärie (also Alberta) durchschnittlich die meisten Arbeitsstunden geleistet werden. Nachzulesen bei CBC News. Wir schuften also 1.880h im Jahr, d.h. 36,2 Wochenstunden, während die smarten Kollegen in der Provinz Quebec am unteren Ende mit gerade mal 1.750h oder 33,7 Stunden pro Woche dabei sind. Besonders in der boomenden Öl- und Gasbranche werden sogar schon mal bis zu 44 Stunden in der Woche geackert. Eine andere Studie wagt sogar den Vergleich mit Europa: So wird in Kanada mehr gearbeitet (gemeint sind 'mehr Stunden'), als z.B. in Frankreich oder Deutschland. Wie schon George Orwell sagte: "Das wahre Glück liegt in harter Arbeit und kargem Leben." Ja, so sind wir... die hard workin' Albertans... echt ehrlich!
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Goin' Green

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In den
CBC News gab es heute einen interessanten Artikel: Schlagzeile: Canada can get rich by going green.
Der Liberale Stéphane Dion macht neuerdings auf Joschka Fischer. Nun ist Kanada derzeit einer der größten Energieverschwender, plant sogar den Bau von Atomkraftwerken, um mehr Energie für den Ölsand-Naturraub-(ab)bau zu gewinnen und auf dem letzten Klimagipfel wollte man nicht wirklich etwas von der Reduzierung von Treibhausgasen (WTF is Kyoto Protocol?) wissen.
Falls Dion also zum Zuge kommt, wird er vielleicht möglicherweise sofort die Emmissionsziele einhalten und plant schon mal die Vorherrschaft auf dem Technologiemarkt für die Reduzierung von Treibhausgasen. Jahrzehnte altes Know how, welches heute fast ausschließlich aus Europa importiert wird, wird locker in ein paar Monaten aufgeholt werden. Sogar den Emissionshandel hat Dion bereits auf seiner Agenda, kann man doch damit Geschäfte machen. Und das ewige Thema, den Pendelverkehr zwischen den Großstädten auf die Schiene zu bringen, wurde selbstverständlich auch wieder aufgewärmt. Zuletzt hat er sich dann trendgemäß zurückhaltend über die Expandierung von Atomkraft geäußert.
Doch solange eine Müllkippe charmant Landfill (Landbefüllung) genannt wird, PKW lockere 25l auf 100 km verbrauchen und bei Kyoto eher an japanisches Essen gedacht wird, ist das auch nur wieder heiße Luft… und trägt im weiteren Sinne weiterhin zu Global Warming bei.
Canada can get rich by going green… and gets even richer by avoiding it.
Wir hoffen jedenfalls, dass er sich mit diesen (nicht ganz neuen) Plänen durchsetzen kann! Damit wir so etwas wie im Bild oben auch weiterhin unbeschwert genießen können.

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Stadtbücherei

Was sich so angestaubt anhört, haben wir hier als moderne Dienstleistung neu entdeckt und benutzen sie mit großer Begeisterung. Seit kurzem sind wir Mitglied in der Calgary Public Library, welche über eine hervorragende Auswahl an CDs, Sprachkursen, DVDs, Videos und natürlich Büchern verfügt. Man bestellt die gewünschten Artikel online und wird per automatisierter Nachricht über das Mobiltelefon benachrichtigt, sobald diese in der nächstgelegenen Zweigstelle eintreffen. Hervorragend organisiert, schnell und preiswert! Auch die Verlängerung ist direkt über das Internet machbar. Das ganze kostet schlappe $12 im Jahr. Darüber hinaus erhält man eine kostenlose Zugriffsberechtigung zu Zeitungen der ganzen Welt. So kann Roland z.B. jederzeit die letzte Ausgabe des Kickers oder der Rheinischen Post online lesen. 

Cliffhanger
Gestern wurde unser britischer Freund Cliff operiert. Nach sechs Wochen im Krankenhaus haben die Chirurgen das Urteil gesprochen: Leider haben es nicht alle Zehen(spitzen) geschafft, den “Gefrierbrand” zu überstehen. Natürlich ist er geschockt und frustiert, hatte er doch gehofft, dass er doch noch einmal ungeschoren davon kommt. Aber der kanadische Winter verzeiht keine Fehler. Armer Kerl! Allerdings soll er nun in etwa drei Wochen entlassen werden. Das ist für Cliff wenigstens ein kleiner Silberstreif am Horizont. Er sieht sich schon wieder wandern und radfahren, und die Ärzte meinen, auch Skifahren wäre kein Problem.

Weihnachtsumtausch der besonderen Art
Das unmittelbar nach Weihnachten in Nordamerika der große Geschenkeumtausch stattfindet, hat sich wahrscheinlich bis Europa bereits herumgesprochen. Normalerweise ist die Schlange in den Tagen danach an den Umtauschschaltern länger, als allen Kassen zusammen. Beim letzten Costco-Besuch (ist sowas wie METRO in DE) konnte Roland einen besonders pfiffigen Zeitgenossen beobachten, wie dieser seinen (gebrauchten) Kunststoffweihnachtsbaum zurück gab, wahrscheinlich mit der Begründung: hat nicht gefallen... Das Umtausch-Geschäft ist noch einmal ein Riesengeschäft für den Einzelhandel, daher gibt es die sog. BOXING-WEEKS, in denen auch mit besonders vielen Sonderangeboten gelockt wird. Wir vermuten, dass das Wort 'Boxing' vom Wiedereinpacken der Geschenke herrührt, auch wenn
Wikipedia hier noch andere (traditionellere) Begründungen auf Lager hat.
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Monopoly

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Kanada's geheime zweite Währung, der Cash Bonus Coupon von Canadian Tire, oder auch als eingetragenes Warenzeichen:
Canadian Tire Money
In der Tat kann man damit natürlich bei Kanada's Antwort auf den OBI einkaufen gehen, tanken oder sogar bei Ebay mitsteigern, denn CTM gehört hier zu einer der 12 zugelassenen Zahlungsmethoden. Jeder Kanadier hat wenigstens eine Schublade voller bunter Scheine für den Notfall... wir haben nachgefragt.
Direkt an der Kasse gibt es auch eine Spendenbox für den Fall, dass man in Geberlaune ist...
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Was ist Snirt?

Beim Studium des Reiseteils im CALGARY HERALD haben wir wieder etwas über unsere neue Heimat Alberta gelernt. Auf einem km² leben statistisch gesehen knapp 5 Leute, in Deutschland hingegen sind es 232 Einwohner (NRW sogar 529). Somit befindet sich Deutschland auf Platz 50 und Kanada auf Platz 219 der Rangliste für Bevölkerungsdichte, das nur nebenbei. Na, wenn das kein Einwanderungsgrund ist! Weiterhin beträgt der Pro-Kopf-Anteil eines Albertaners ca. 1,5 Rinder. Besucher grüßt das Schild 'Willkommen im sonnigen Alberta' und das stimmt sogar, denn sogar bei -35°C haben wir bisher immer strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel gehabt. Alberta hat 50 Provincial Parks, 17 Heritage Sites, 5 Nationalparks und 5 UNESCO World Heritage Sites. Es gibt nur eine Giftschlange, die Prärie-Klapperschlange, und KEINE Ratten in Alberta. Schneeschaufeln haben eine 'mittlere Lebenserwartung' von 2,5 Jahren. Und SNIRT ist nicht etwa IKEA's neuestes Designerstück, sondern der Terminus Technicus für das Gemisch aus Flugsand und Schneeverwehung in der Prärie. Quelle:http://www.canada.com/calgaryherald/news/travel/story.html?id=ffae0b33-aa5d-4ea2-b514-6ba002a7fdfa
16:13 Uhr: Schreck in der Nachmittagsstunde:
Während sich der Herr Gemahl wieder einmal beim Future Shop vergnügte, surft die Frau des Hauses im Internet, als sie plötzlich ein ohrenbetäubendes Geräusch vom Sofa hochspringen lässt. Die Feuermelder in der Wohnung sind angesprungen! Es blinkt und piept furchterregend. Erster Gedanke: Trockner oder Waschmaschine brennt. War aber nicht. Also, erstmal alle Melder auf stumm gestellt, warm angezogen (schließlich ist es nur knapp über Null), Handtasche gegriffen und über die Feuertreppe (der Fahrstuhl soll ja bei Bränden eher vermieden werden) ins Freie. So gesellte man sich dann zu den anderen ratlosen Bewohnern und wartete auf die Ankunft der Feuerwehr. Drei Feuerwehrwagen und ein Ambulanzfahrzeug waren innerhalb weniger Minuten zur Stelle. Dann die Entwarnung. Auf unserer Etage hatte wohl ein Bauarbeiter im Nordtrakt vergessen, einen Heizlüfter auszustellen, welcher dann - gottseidank schwerentzündliche - Teppich- und Plastikreste zum Schwelen gebracht hatte. Die Feuerwehrleute stellten dann Equipment auf, welches für eine schnelle Entlüftung der Hausflure sorgte und gaben dann Entwarnung für unseren Trakt.

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Umwege und kanadische Garantieleistungen

Nach unserem Shopping-Nachmittag in der renovierten Sunridge Mall  und dem Besuch der üblichen Verdächtigen A&B Sound, BestBuy und FutureShop haben wir wieder einmal einen Abstecher zur Salisbury St SE in Ramsey gemacht. Grund: der unvergleichliche Blick auf Downtown. Nun sind wir fast anderthalb Jahre in Calgary und können die Stadt immer noch mit Touristen-Augen ansehen. Dazu ein wunderschöner Herbsttag bei 20°C, was will man mehr? Auf dem Weg nach Hause sind wir noch durch Mission am Elbow River gefahren, einer der schönsten Wohngegenden in Calgary! Leider dieser Tage unbezahlbar...
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Dass die Garantie- und Rückgabebestimmungen in Kanada anders als in Deutschland sind, haben wir bereits mehrfach, oft positiv, feststellen können. Umtausch, Rückgabe oder kostenlose Ausgabe von Ersatzteilen werden normalerweise sehr kulant und problemlos gehandhabt. Ein Nachteil ist jedoch, dass der Garantiezeitraum meist auf 6 bis 12 Monate beschränkt ist. Die cleveren Geschäftsleute haben dafür noch ein Zusatz-Garantiepaket 'erfunden', welches man für viel Geld erwerben kann. Und nun können wir noch von einer besonderen Erfahrung berichten: Igor, ein Freund von Roland, hatte neulich zusammen mit seiner Frau eine Matratze gekauft. Nach der Anlieferung und häuslichem Probeliegen stellte sich jedoch heraus, dass die Matratze doch ein paar Grade zu hart war. Als Igor dann im Geschäft die Abholung und Rücknahme, bzw. den Umtausch veranlassen wollte, wurde er zunächst nach seinem Familienstand befragt !?! Auf die irritierte Antwort: Verheiratet, bekam er dann zu hören: Der Umtausch ist nur mit schriftlichem Einverständnis Ihrer Frau möglich! Zuvor hatte es wohl bereits Fälle gegeben, in denen die Ehepartner unterschiedlicher Meinung waren, und der offensichtlich harmoniebedürftige Verkäufer glaubte wohl, auf diese Weise einen Ehekrach im Hause G. vermeiden zu können... 
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Herbstboten und Turnierpferde

Morgens um halb sieben ist die Welt noch in Ordnung. Vor allem, wenn man bei einer Tasse Tee auf dem Balkon sitzt und den Sonnenaufgang beobachtet.
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Das Laub verfärbt sich zwar so langsam aufgrund der einstelligen Morgentemperaturen, trotzdem wird es tagsüber meist noch 24 bis 26°C warm. Wir hatten einen unglaublichen Sommer, mit gerade genug Regen, dass die Vegetation recht grün geblieben ist.
Am Nachmittag sind wir zum Springreit-Turnier auf Spruce Meadows gewesen.

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Gleichzeitig findet auf dem Gelände das
Festival of Nations
mit seinen kulturellen Veranstaltungen und vor allem kulinarischen Genüssen statt. So gaben wir uns nur kurz dem Pferdespektakel hin und folgten dann unserer Nase. Lecker polnische Würste oder holländische Poffertjes, Alberta Beef-in-a-Bun (das kanadische Gegenstück zum Spießbraten-Brötchen) und Kuchen. Weiterhin wurden landestypische (wir würden sagen: kitschige) Produkte von Verkaufspersonal in jeweiliger Landestracht feilgeboten. Da gab's den deutschen Bierseidel, den australischen Kanguruhlederstiefel, die indianische Pferdedecke oder die dänische Klöppelei, Schottenröcke im britischen Pavillion und belgische Pralinen. Die familiäre Atmosphäre unterschied sich sehr angenehm von vergleichbaren Veranstaltungen in Aachen oder Düsseldorf.
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Ein plötzlich aufkommender Sturm mit orkanartiken Windböen erschreckte die Besucher kurzfristig, da plötzlich harmlose Sonnenschirme, Plastikmöbel und Pappgeschirr zu Geschossen wurden und Äste von den Bäumen abbrachen. Aber nach einer Viertelstunde war dieser Spuk wieder vorbei. Wir hatten uns unterdessen in eine VIP-Lounge am Parkur geflüchtet, da wir der Standhaftigkeit der Pavillions nicht trauten, und auf diese Weise noch die heutige Siegerehrung mitbekommen.
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Civic Holiday

Der erste Montag im August ist (wieder einmal) arbeitsfrei. Beim Versuch, etwas über den Ursprung des heutigen Civic Holiday herauszufinden, sind wir jedoch nicht sehr erfolgreich gewesen. Nur soviel: es handelt sich nicht etwa um einen gesetzlich festgelegten Feiertag, d.h. wenn der Arbeitgeber es anordnet, hat der Arbeitnehmer zur Arbeit zu erscheinen. Wir haben aber nette Arbeitgeber und dürfen somit das lange Wochenende genießen ;-) Doch warum existiert dieser Feiertag? In Alberta wird dieser als Heritage Day begangen, d.h. wohl, dass wir der ersten Immigranten gedenken sollen oder so. In den meisten anderen Provinzen wird dieser Heritage Day übrigens am 3. Montag im Februar gefeiert, aber da wir Albertaner uns dieses nicht so einfach vorschreiben lassen, haben wir diesen Tag zum Family Day erklärt, damit wir den Heritage Day im Sommer feiern können. Es existiert aber auch die Meinung, dass es sich um einen 'Nur so' Feiertag handelt, schließlich es Sommer, die Schulen und andere öffentliche Einrichtungen haben geschlossen, warum soll man sich da nicht einfach ein langes Wochenende gönnen...
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Die Schattenseiten des Booms

Selbst auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen, aber es ist nicht alles rosig im Sonnenstaat Alberta. Im heutigen Calgary Herald wurden die aktuellen kanadischen Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht, und die lesen sich auf den ersten Blick grandios:
Arbeitslosenquoten per Provinz:
Nfld. and Labrador 14.6%
Prince Edward Island 11.2%
New Brunswick 8.9%
Nova Scotia 8.3%
Quebec 8.1%
Ontario 6.5%
Saskatchewan 4.7%
Manitoba 4.7%
British Columbia 4.7%
Alberta 3.6%
Das sieht ja zunächst einmal wirklich gut aus für Alberta und sein Zugpferd Calgary. Im selben Bericht wird aber auch darauf eingegangen, dass es mittlerweile einige Probleme gibt:
1. Der Arbeitskräftemangel hat zu einer Verschlechterung des Services, speziell im Hotel- und Gastronomiebereich geführt. Hotels bekommen kein Personal mehr für einfache Tätigkeiten wie Zimmermädchen, Köche und Kellner. Für Löhne von 12$/h will hier einfach niemand mehr arbeiten, wenn man in der Öl- und Gasindustrie das Doppelte verdienen kann. Auch wir gehen schon erheblich seltener in Restaurants, weil die Qualität im Laufe des letzten Jahres erheblich abgenommen hat.
2. Die Wohnungsknappheit und die explodierenden Mietpreise machen es fast unmöglich, neue Mitarbeiter aus Ostkanada oder Übersee zu rekrutieren. Für 15 bis 18$/h kann man sich hier halt kaum eine Wohnung leisten, die 1000$ im Monat kostet (und nebenbei vielleicht noch eine Familie ernähren). Im Hotelgewerbe ist man deshalb dazu übergegangen, neuen Mitarbeitern eigene Hotelzimmer anzubieten, die dann natürlich nicht mehr an Touristen vergeben werden können, was dann wiederum denn Profit verringert.
3. Die Jugend spielt völlig verrückt. Anstatt eine Mindestschulausbildung zu absolvieren, beenden viele junge Leute die Schule ohne Abschluss, um für 50.000$ im Jahr in den Ölfeldern zu arbeiten. Natürlich kaufen sie sich auch gleich einen Pick-Up Truck auf Pump. Dies wird wie ein Bumerang zurück schießen, wenn sich hier die allgemeine wirtschaftliche Lage erst einmal abgekühlt hat!
4. Bei den ersten nicht-Öl-und-Gas-produzierenden Unternehmen hat die Abwanderung schon begonnen. So hat der größte Kunde von Rolands Firma in Ontario eine neue Fabrik aufgebaut und begonnen, Produktionskapazitäten von Edmonton nach Ontario zu verlegen. Rolands Firma wird auf Dauer auch nichts anderes übrig bleiben, als die einfache Produktion in andere preiswerter produzierende Provinzen oder direkt offshore (nach China?) zu verlagern. In Calgary würde dann neben Forschung und Entwicklung nur noch die Fertigung komplizierterer Produkte verbleiben.
Auf Dauer wird Alberta also ausschließlich auf Öl und Gas bauen. Diese Strategie mag aufgehen, solange genügend Ölreserven aus nord-albertanischem Sand zu gewinnen sind, der Ölpreis auf diesem Niveau bleibt, Amerika und Asien so energiehungrig bleiben und in Nahost täglich Bomben hoch gehen. Aber in 100 Jahren, wenn Autos auf Wasserstoffbasis oder mit Sonnenenergie fahren, kann Alberta dann durchaus aussehen wie ein postapokalyptisches Hochhausmeer ohne Menschen darin…
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Saure Gurken Zeit

Nun erleben wir mal wieder
the dark side
des kanadischen Services... Zwei Wochen vor unserem Umzug haben wir - wie wir glauben - rechtzeitig, den Nachsendeauftrag bei der

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gestellt. Die Gebühren dafür wurden auch gleich abgebucht, nur haben wir seitdem noch keine umgeleitete Post erhalten. Bisher haben uns nur Briefe und Postkarten (danke schön!) erreicht, die bereits direkt an unsere neue Adresse gerichtet waren. Also wenn nun unsere Post womöglich noch am alten Wohnort im Briefkasten schmort, ist ja dem
(Diebstahl persönlicher Daten) Tür und Tor geöffnet. Ok ok, wir wollen mal nicht gleich - typisch deutsch - schwarz sehen, vielleicht schreibt uns nur gerade niemand, allerdings vermissen wir bisher Roland's PC-Welt, Sonja's Steuerbescheid...
Ein weiteres Beispiel, welches derzeit unsere Geduld strapaziert, ist der Service von Home Depot, dem hiesigen OBI. Aufgrund des heißen Wetters wollen wir schnellstmöglich Jalousien montieren lassen (leider haben die Fenster kein Standardmaß... grrrrr). Bisher haben wir provisorisch die Vorhänge aus der alten Wohnung aufgehängt, aber das gefällt uns nicht wirklich. So haben wir den Monteur zum Ausmessen bestellt und dafür bereits 50$ bezahlt, dieser würde sich dann umgehend melden. Wir warten jetzt bereits 5 Tage auf die Terminabsprache... Sollen wir uns darüber ärgern? Wir doch nicht... grrrrr.
Genug des Jammerns, der Ersatzteil-Service bei IKEA ist jedenfalls spitzenmäßig. Wir haben uns dort (kostenlos) einige beim Umzug verloren gegangene Kleinteile ohne Probleme (und ohne Quittungen) besorgen können.


Jetzt aber zum eigentlichen Phänomen 'Saure Gurken': In Florida gibt's ja bekanntlich Krokodile im Swimming Pool, in Quebeq gibt es dieses: Das Elchpferd

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Angeblich soll die Pferdemama von einem Elch geschwängert worden sein... Hier muss ein 'Elchtest' - die DNA Analyse - feststellen, ob es sich wirklich um eine biologische Kreuzung handelt, oder ob dieses Fohlen einfach Talent zum Grimassen schneiden hat..
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Millionenstadt!

Heute kurz nach Mitternacht wurde der einemillionste Einwohner Calgary's geboren. Calgary wächst zur Zeit um fast 100 Menschen PRO TAG und erlebt damit das stärkste Bevölkerungswachstum in seiner Geschichte. Von April 2005 bis April 2006 hat es fast 36.000 Leute - darunter ja auch uns - in diese Boom Town gezogen.

Tatsächlich ist Calgary nun die dritte (!) Großstadt, neben Montreal und Toronto, die über eine Millionen Einwohner zählt. Vancouver hingegen hat (ohne lower Mainland) gerade mal um die 600.000.

Gerade waren wir noch auf dem Amt (montags bis freitags 10 - 21 Uhr, samstags 10 - 17 Uhr!!!), oder
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, wie es hier heißt, um unsere Adressänderung mitzuteilen und einen neuen Führerschein (das einzige offizielle Dokument mit Anschrift) zu beantragen. Gedauert hat das ganze 5 min, gekostet für beide 45$ und die neuen Plastikkarten werden uns innerhalb von acht bis zehn Tagen zugeschickt. Ansonsten haben wir unsere neue Adresse in den meisten Fällen direkt online oder telefonisch ändern können.
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Titelseite

Für uns immer wieder eine Quelle der Information und Kultivierung der englischen Sprache, aber auch der Belustigung, ist der CALGARY HERALD, die hiesige Tageszeitung. Wenn die Titelseite mal nicht mit einem Sportergebnis aufwarten kann, gibt es einen aktuellen Bericht von der red-hot economy Front. Unfassbar im Vergleich zum deutschen Arbeitsmarkt, wo Hiobsbotschaften von tausenfachen Entlassungen an der Tagesordnung sind: Hier müssen Firmen schließen, da sie nicht mehr genügend Arbeitskräfte finden können. Wie so oft, geht es um Handwerker aller Art, die hier im boomenden Alberta fehlen. Wo bleiben all die arbeitslosen Europäer, müssen wir uns da zwangsläufig fragen.
Die Inflationsrate in Alberta wird mit derzeit 4.5% angegeben (vor allem natürlich wegen explodierender Wohnungspreise), aber die Gehaltserhöhungen sind dieser mit durchschnittlich 7.3% noch weit voraus.
Auf Seite 2 geht es dann mit solchen Nachrichten weiter: Die Kreditkarte ist auf den Hund gekommen. Während wir als Neu-Immis zunächst für kreditunwürdig befunden wurden, ist es scheinbar für den kanadischen Hund (ein Boxer aus Quebeq, geb. 12. Mai 2005, Beruf: Wach'mann') kein Problem, eine Kreditkarte zu beantragen, allerdings hat Caspar Boxer, so der Name, nur ein Kreditlimit von 1000$. Neben einer WelcomeHomeParty für die glücklosen Oilers (welche das Hockeyfinale verloren haben) und Viagra für US-Truppen gibt es dann irgendwann ab Seite 7 auch mal eine Doppelseite Meldungen vom weniger interessanten Weltgeschehen... Nur gut, dass es das Online-Angebot der Tagesschau gibt!
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Aktuelle Schlagzeilen

Prima, dass wir gerade Urlaub haben, denn so können wir von Zeit zu Zeit die Fußballweltmeisterschaft verfolgen. Die Spielergebnisse finden auch Einzug in die lokale Presse. So berichtet der Calgary Herald nach dem Sieg der deutschen Mannschaft über Costa Rica z.B. vom 'Klose Encounter' in Anspielung auf den Titel des SF-Films 'Close Encounter of the 3rd Kind'. In den Medien und der Werbung zur WM hält sich währenddessen hartnäckig das Klischee des Deutschen, der in Lederhosen herumläuft und schon zum Frühstück Bier trinkt. Damit können wir ja leben, aber warum sollte es bitte ausgerechnet Budweiser sein?
Eine weitere Nachricht ist für den potentiellen Immigranten sicher von größerem Interesse: 'Employment breaks record!' Die Arbeitslosenquote in Alberta hat mit 3.4% einen neuen Tiefststand erreicht, in ganz Kanada wurden im Mai fast 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, 32.000 davon in Alberta. Die meist gesuchten Berufe sind in den Branchen Gesundheit und Pflege, der Bauindustrie, im Öl- und Gassektor und im Hotel-/Gaststättengewerbe zu finden. Da Calgary weiter wachsen will und muss, steht die Stadt derzeit mit den umliegenden Bezirken in Verhandlung, um weitere 150qkm als Bauland zu akquirieren. Und damit wieder ist ein Riesenpotential an Arbeitsplätzen in Sicht…
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Deutsche Sprache in Kanada

Daheim wird sich ja gern über die Amerikanisierung der deutschen Sprache (man denke nur an die Kunstwörter Showmaster oder Handy...) aufgeregt. In Kanada gehören im umgekehrten Fall deutsche Wörter zum normalen Sprachgebrauch. Der lokale VW Händler nennt sich Autohaus Calgary und weil wir gerade davon sprechen, hier sind weitere deutsche Worte im kanadischen Alltag:
Kulinarisches verewigt sich in Schnitzel, Bratwurst, Apple Strudel und Sauerkraut. Große Gefühle werden so formuliert: Angst, Schmus(ing), Schadenfreude, Gesundheit und Weltschmerz. Redneck Country bezeichnet man als Hinterland, und die Rockies überzieht ein Alpen Glow. Im kulturellen Bereich geht es besonders hoch her: da gibt es Gestalt, Sturm und Drang, Zeitgeist und das Wunderkind. Die Abteilung Kurioses hat den Rucksack und Doppelganger zu bieten und für alles, was im Vergleich besser dargestellt werden soll, setzt man 'uber' (über) vor das eigentliche Wort.
Mehr davon gibt es auf: http://www.germanenglishwords.com. Für jeden Tag ein neues englisches Wort gibt es bei: http://wordsmith.org/awad/index.html. Inwischen haben wir einige Lieblingswörter, u.a. serendipity = glücklicher Zufall, eine perfekte Beschreibung unseres bisherigen Lebens in der neuen Heimat. Denn between jobs = arbeitslos, sind wir hier nicht lange geblieben. Warum eine bumble bee = Hummel entgegen aller physikalischer Gesetze fliegt, werden wir wohl nie herausfinden. Vielleicht fehlt uns dazu ingenuity = der nötige Scharfsinn, albeit = obgleich wir vermuten, dass die Hummel die Gesetze der Natur auch nicht versteht. Sie fliegt halt einfach.
Obwohl wir nun über ein Jahr englisch leben, arbeiten und sogar träumen, gibt es immer noch Situationen, bei denen ein Übersetzer hilfreich wäre. Sonja's Telefonat mit einem texanischen Ingenieur endete mit einem Hilferuf zum Boss. Kanadische Teenager-Sprache bleibt uns ebenfalls ein Rätsel. Wir wissen die halbe Zeit nicht, worüber Rachel, Araby oder Dominic, die Kinder unserer Freunde reden. Auch Fernsehen kann zur Herausforderung werden. Angenehm ist, dass man sich für jede Sendung Untertitel hinzuschalten kann, welche z.T. live editiert werden, wenn es sich beispielsweise um Nachrichten handelt. Dieses Closed captioning wird meist von großen Unternehmen gesponsort, welches dann auch jedes Mal vorher angesagt oder eingeblendet wird. Seit 1993 gibt es in den USA sogar ein Gesetz, welches vorschreibt, dass TV Sets größer 13" mit einem eingebauten Spezialdecoder ausgestattet sein müssen, um diese Text-Signale empfangen zu können. (Television Decoder Circuitry Act). Nicht nur ist dies eine praktische Sache für Gehörlose, sondern auch für uns Immis!
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Victoria Day

Rolands Kollege Bruce meinte, dass wir Immigranten den Victoria Day (24.05.) nicht begehen dürften, da das Englische Königshaus ja nicht unseres wäre. Auf die Frage, wer denn Königin Victoria sei, meinte er, es handele sich um die Mutter von Königin Elisabeth. Moment, Victoria starb im Januar 1901, Elisabeth wurde 1926 geboren. Ein biologisches Wunder? Eine X-Akte? Wir glauben, damit hat sich Bruce aber auch das Recht verspielt, diesen Feiertag frei zu bekommen. Wie kommt es aber, dass der Geburtstag Victorias diesmal am 22. stattfindet? Das haben wir den Regeln der Statutory Holidays Canada zu verdanken, die bestimmen, dass jeweils der Montag vor dem 24. Mai zum (bezahlten) Feiertag erhoben wird. Die Kanadier nennen das erste lange Frühlingswochenende, welches die Camper Saison einläutet, auch The May 2-4 Weekend. Dabei steht Two-Four zum einen für den vierundzwanzigsten, zum anderen aber auch für einen Kasten Bier, etwas, das offensichtlich auf keinem Camping-Ausflug fehlen darf.
Dieses lange Wochenende wird insbesondere vom albertanischen Redneck dazu genutzt, seinen Geländewagen ins Hinterland der Rockies auszuführen, um dort Off-Road, also jenseits der normalen Straßen, das Abenteuer zu suchen. Laut Calgary Herald muss es dieses Jahr jedoch recht frustrierend gewesen sein, denn der RCMP (Royal Canadian Mounted Police) hat sich entschlossen, hierzu Regeln(!) einzuführen. Ab sofort darf nicht mehr jedes Offroad-Fahrzeug überall fahren! Noch schlimmer, diese Regeln wurden an diesem Wochenende sogar kontrolliert und bei Verstoß mit bis zu 1000 $ Strafe geahndet! Und um das ganze Elend komplett zu machen, gab es wegen der Trockenheit momentan auch noch ein Verbot, Lagerfeuer zu machen! Das Leben eines Rednecks ist schon wirklich hart... 
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Kanada senkt die Steuern

...aber das Leben wird teurer... Während in good old Germany die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19% beschlossen wurde, hat sich die neue Regierung Kanadas den Plan ihres Vorgängers zunutze gemacht und ein 20 Billionen Dollar Budget für SteuerSENKUNGEN zur Verfügung gestellt. So soll u.a. die Mehrwertsteuer (GST = Goods/Services Tax) von 7 auf 6% gesenkt werden. Das hört sich insgesamt schon sehr niedrig an (vor allem im Vergleich zu zukünftigen 19% in DE), aber man darf nicht vergessen, dass die meisten Provinzen bis zu 8% Provinzsteuern aufschlagen. Wir haben jedoch das Glück, dass Alberta keine sogenannte PST erhebt.
Weiterhin soll der Eingangssteuersatz (lowest tax rate, derzeit 15.5%) um weitere 0,5% gesenkt werden. Geringverdiener und Familien mit Kleinkindern sollen Steuervorteile erhalten, und Unternehmen werden zur Wirtschaftsförderung (als wenn Kanada das derzeit brauchen würde...) mit Steuerbegünstigungen bedacht.
Details zu diesem Thema gibt es auf http://www.fin.gc.ca/budget06/pdf/briefe.pdf
Ein Negativeffekt des albertanischen Wirtschaftswachstums und der hohen Zuwanderungsrate ist leider die Kostenexplosion in manchen Bereichen. So kostete 1 Liter Benzin 2005 noch 0.84$, heute zahlen wir 1.10$, obwohl wir in Alberta sozusagen 'an der Quelle' sitzen... Mieter erhalten unrealistische Mieterhöhungen, die sie a) bezahlen können oder b) für sie den 'Rauswurf' bedeuten. Viele Eigentümer wollen auf diese Weise ihre Mieter zügig loswerden, um die Wohneinheit renovieren zu lassen und für hohen Gewinn zu verkaufen. Denn die durchschnittlichen Verkaufspreise für Immobilien sind im Vergleich zum Vorjahr um fast 29% für Einfamilienhäuser und 21.5% für Eigentumswohnungen gestiegen. Trotzdem geht Wohnraum in Calgary 'weg wie warme Semmeln'. Wohnraum wird immer knapper und die gut verdienenden Albertaner scheinen derzeit jeden geforderten Preis zahlen zu können. (Quelle Rockiesman und www.creb.com/public/hbuyer/hb-stats-residential.htm )
Die Playoff-Season in Calgary ist schon wieder vorbei, da die Calgary Flames das entscheidende siebte Spiel gegen die Anaheim Mighty Ducks sang- und klanglos mit 0:3 verloren haben. Über die gesamte erste Playoff-Runde war bei den Flames keine Leidenschaft und kein Herz zu erkennen, deshalb geht das frühe Ausscheiden voll in Ordnung. Das normale Leben kann also wieder einkehren, und tausende Flames-Fähnchen, die an fast jedem Auto flatterten, können bis zum nächsten Jahr wieder eingemottet werden. Als Albertaner fiebern wir nun mit den Edmonton Oilers mit, die zunächst mit Ach und Krach die Finalserie erreichten und dann dort mit einer großartigen Leistung die Detroit Red Wings (den "FC Bayern" der NHL) aus dem Wettbewerb warfen.
Hier noch ein Newsflash von unserem englischen Ex-Kollegen oder auch 'Adoptivsohn' Cliff (für alle, die ihn kennen). Er hat gerade die medizinische Untersuchung erfolgreich hinter sich gebracht und wird in wenigen Tagen sein Visum für Kanada erhalten. Wir erwarten ihn also nach Ablauf seines Arbeitsvertrages im Juli, rechtzeitig zur Stampede. Dann können wir auch mal wieder "ordentliches" Englisch hören und lernen... denn viel dazugelernt haben wir seit unserer Ankunft im vergangenen Jahr leider nicht mehr.
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Playoff Season

Nachdem uns das Wetter in der letzten Woche total verwöhnt hat mit Sonnenschein pur und bis zu 24°C, sind wir heute morgen mit kräftigen Schneefall und 0°C begrüsst worden. Das hat uns allerdings nicht überraschend getroffen, denn es war tatsächlich schon seit einer Woche im Wetterbericht angekündigt. Morgen soll es demnach aber auch schon wieder sonnig werden.
 
Anyway, hier gibt es momentan sowieso nur ein Thema, und das ist Hockey. Die Calgary Flames hatten die North Western Division als Primus abgeschlossen, und gestern gab es das erste Spiel der ersten Playoff-Runde gegen die Mighty Ducks Anaheim (Modus: Best of Seven, wer vier Spiele gewinnt, kommt in die nächste Runde). Das Spiel war schwach, aber das interessiert niemanden, denn die Flames haben mit 2:1 in der Verlängerung gewonnen. Anschließend war Party entlang der 17th Avenue, der Flaniermeile der Innenstadt. Die Party war aber wohl nicht halb so schön wie vor zwei Jahren, als die Flames bis ins Finale vorgestoßen sind. Damals müssen tausende von Fans dort nächtelang gefeiert haben, mit Musik, Tanz und Mädchen, die "flashten" (sprich: entblößend ihre T-Shirts lupften, davon spricht man heute noch hier!). Dieses Jahr gab es jedoch diverese öffentliche Warnungen von Seiten der Stadtverwaltung, und die Polizei reagiert wohl auch sehr streng, so dass die richtige Stimmung noch nicht aufkommen wollte. Roland hat seinen "flashing"-begeisterten Kollegen jedenfalls empfohlen, einmal die Love Parade in Berlin zu besuchen... 
 
Im übrigen gibt es hier den Spruch "In Calgary gibt es zwei Jahreszeiten: Winter und Baustellensaison", und der Winter ist jetzt vorbei.. Im Stadtgebiet von Calgary gibt es 15 Großbaustellen mit einem Gesamtbudget von 700 Millionen Dollar. Dies ist auch absolut notwendig, da die Verkehrsinfrastruktur in den letzten Jahren weit hinter dem Bevölkerungswachstum zurück geblieben ist. Einige der Großprojekte ersetzen völlig überlastete Ampelkreuzungen durch Autobahnkreuzungen mit Auf-und Abfahrten. Es ist beeindruckend, wie schnell hier Brücken gebaut werden, vor allem, wenn man bedenkt, dass die meiste Arbeit nachts vonstatten geht (bei normalerweise komplett gesperrten Straßen). Trotzdem wird der Rückstand schwer aufzuholen sein, die Infrastruktur wird wahrscheinlich noch auf Jahre der Bevölkerungsexplosion hinterher hinken.
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Ohne Kommentar...

Heute von Sonja auf http://www.banffgondola.com/ gefunden, was soll man dazu noch Worte verlieren?
banffgondola20060329
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Timbits

Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit, werden wir Zeuge eines der interessantesten Rituale, die Kanada zu bieten hat, nämlich der Schlange-Stehen im Drive-In bei Tim Horton's. Das ist die größte kanadische Kaffehauskette - in der Tat mit ganz passablem Kaffee - (Starbuck's ist bekanntermaßen aus Seattle), und berühmt für ihre große und vorzügliche Auswahl an Donuts, dem Nationalgericht der Kanadier. Es soll sogar US-Amerikaner geben, die glauben, Tim Horton sei der kanadische President(!).
Da der Kanadier offensichtlich nicht gerne zuhause frühstückt, sucht er also den nächst gelegenen Tim Horton's auf und stellt sich im Wagen am Drive-Through-Schalter an. Man könnte natürlich auch kurz aussteigen und den Laden in Person betreten, aber das ist offensichtlich nicht dasselbe. Wir zählen regelmäßig die Autos, die anstehen, der Rekord liegt bei 17 (siebzehn!) Fahrzeugen. Roland hat einmal gewagt, eine Kollegin zu fragen, warum sie nicht lieber zuhause frühstückt,. Die Antwort war allen Ernstes "Dafür habe ich keine Zeit." Auf Rolands (typisch deutsche) Anmerkung, dass es ja wohl länger dauern würde, bei Tim's in der Schlange zu stehen als zuhause ein ordentliches Frühstück zu sich zu nehmen, wurde (typisch kanadisch) das Thema gewechselt...
Wir ziehen es jedenfalls vor, jeden Morgen ein paar Minuten gemeinsam am Frühstückstsch zu verbringen, mit Tee oder (Senseo-)Kaffee, Müesli, Corn Flakes oder manchmal auch Brötchen. Das kann kein Tim Horton's Kanadas ersetzen!
Was Timbits sind? Das sind die Teigreste, die übrig bleiben, nachdem die Löcher in Donuts gestanzt wurden. Irgendein cleverer Marketing-Experte hatte wohl die Idee, dass man die Reste als eigenständiges Produkt (Timbits = "kleine Stücke vom Tim") verkaufen könnte. So kann man Timbits nun in allen Packungsgrößen erstehen und sich quasi durch die verschiedensten Donut-Typen durchkosten, ohne gleich einen Zucker- und Fettschock zu bekommen. Empfehlenswert für Kanada-Anfänger!
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Immer noch kein Winter und noch etwas mehr Politik

Wir hatten mit dem Schlimmsten gerechnet, minus 30°C und kälter, Schneestürme, lange dunkle Winterabende zuhause vor unserem nicht funktionierenden Kamin, aber nein, die Temperaturen erreichen gerade mal die minus 5°C in der Nacht und tagsüber gibt es sogar Plusgrade. Nach dem verregnetsten Juni 2005 seit Wettermessungen, hatten wir nun den wärmsten Januar 2006 seit 100 Jahren. Die globale Erwärmung lässt wohl grüßen. Ansonsten fließt das Leben ruhig vor sich hin und wir haben uns ziemlich gut eingelebt. Heimweh ist noch nicht aufgekommen, doch aber die Sehnsucht nach dem höheren Technologiestandard ;-) So haben wir inzwischen einige Haushaltsgeräte durch deutsche Markenprodukte ersetzt.
Manches Mal verblüfft uns die kanadische (nordamerikanische?) Oberflächlichkeit. Merke: 'How are you? 'How's it going?' ist NIE ernst gemeint, denn es interessiert den Fragenden nicht wirklich, wie es einem geht. Geschweige denn, dass er zuhören würde, sollte man sich die Mühe machen, sich über das Befinden näher auszulassen. So antwortet man eben Not too bad, thanks. Hier wird eben nicht gejammert... und das ist auch gut so!
Von Leuten, die man unterwegs trifft und mit denen man wirklich gute Gespräche geführt hat, sollte man ebenfalls nicht erwarten, dass Einladungen auf Kaffee oder Bier ernstzunehmen sind. See ya later! oder auch nicht. Mit Immis aus Deutschland, China, Brasilien, Polen oder Russland haben wir jedoch herzliche Erfahrungen gemacht. Immer wieder erstaunt uns, wie wenig unsere kanadischen KollegInnen zum Teil über Themen wie Umweltschutz, Politik oder Weltgeschehen informiert sind, aber die Medien berichten hier halt nicht so, wie wir es aus Europa gewohnt sind.
Kanadas neuer Premier Stephen Harper hat uns, aber auch die eigenen Landsleute und die USA überrascht, dass er dem US-Botschafter bezüglich des Hoheitsanspruchs auf die arktischen Gewässer energisch widersprochen hat. Die Kanadier betrachten die Nordwestpassage zwischen dem Nordatlantik und Alaska als ihr Territorium. Die USA behauptet, dass es sich um internationale Gewässer handelt, insbesondere da diese aufgrund der globalen Erwärmung im Sommer eisfrei bleiben. Eine echte Alternative, denn die Route für Öltanker aus Alaska wäre so Tausende von km kürzer als die Fahrt über den Panamakanal. Aber der Albertaner scheint Mr Bush zeigen zu wollen, wo die Sporen hängen... Yippiekayee!
Die bereits zuvor beschriebene Rückzahlung von Steuergeldern von 400$ an jeden Albertaner (außer uns) hat mittlerweile als "Ralph-Bucks" (nach dem amtierenden albertanischen Premier) Einzug in die kanadische Sprache gefunden. Das ist ja auch wirklich eine unglaubliche Situation, in der es nur Gewinner gibt. Der Premier kann nun machen, was er will, die Leute werden sich bei der nächsten Wahl nur an die Ralph-Bucks erinnern. Die Menschen freuen sich über das zusätzliche Einkommen. Die Geschäfte machen Umsätze wie noch nie und die Mehrwersteuer fließt zurück an den Staat. Glückliches Alberta!
Als Folge des für acht Oscars nominierten Films "Brokeback Mountain" erwartet die albertanische Reise-Industrie einen neuen Besucher-Ansturm für das Kananaskis-Country, wo der Film gedreht worden ist. Wir hoffen natürlich, dass dies nicht eintritt, denn sonst haben wir das Gebiet zukünftig nicht mehr für uns alleine. Deshalb wollen wir an dieser Stelle mit einem Mythos aufräumen: die Landschaft im Film ist digital am Computer erstellt worden und in Wirklichkeit ist das Kananaskis Country nur eine langweilige Ansammlung von Präriehügeln. Wirklich kein Grund, um nach Alberta zu kommen, Leute!
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Wahlen, Steuergeschenke, alte Flaschen und schwule Cowboys

Diese Woche waren Wahlen in Kanada, und wie im Laufe des Wahlkampfes immer mehr erwartet wurde, hat die konservative Partei die Wahl für sich entscheiden können. Der Calgarian Stephen Harper wird also den nur zwei Jahre amtierenden, relativ glücklosen Paul Martin ablösen. Martin war an einigen Skandalen innerhalb der Liberalen gescheitert, die sich ironischerweise größtenteils vor seiner Amtszeit zugetragen hatten. Er verabschiedete sich am Wahlabend mit einer perfekten Mixtur aus Englisch und fließendem Französisch von seiner Partei und seinen Wählern. Wie wir mittlerweile gelernt haben, ist es wohl Pflicht eines Prime Ministers in Kanada, beide Sprachen zu sprechen, da die Parlamentsdiskussionen durchaus auf Französisch statt finden können. Wir sind also sehr gespannt auf das Französisch Harpers, denn wir haben noch keinen Calgarian kennen gelernt, der auch nur ansatzweise Französich sprechen konnte.
Übrigens hat Kanada ein Mehrheitswahlrecht, bei dem (ähnlich wie in England) in jedem Stimmbezirk ein Vertreter gewählt wird und ins Parlament gesandt wird. Es gibt also kein Verhältniswahlrecht mit Zweistimme und entsprechender Sitzverteilung wie in Deutschland. Eigentlich sollte man meinen, dass diese Art des Wählens zu stabilen Mehrheiten führen sollte (in Deutschland hieße das: sehr viel CDU und SPD, mit einem bißchen PDS und so gut wie keinen Grünen und Liberalen im Parlament), aber das ist in Kanada keinesfalls so. In Alberta gibt es fast nur Konservative, in BC hauptsächlich Wähler der Nationalen Demokraten, in Québec den Bloc Québécois, und in Ontario wird alles Mögliche gewählt. Als Folge hat man in Kanada trotz des Mehrheitswahlrechts regelmäßig Minderheitenregierungen. Diesmal werden die Konservativen vom Bloc Québécois mitgetragen.
Ebenfalls in dieser Woche ist der seit einiger Zeit angekündigte "Bodenschatzrabatt" an alle steuerpflichtigen Albertaner ausgezahlt worden. Jeder Albertaner, der am 1. September in der Provinz gelebt hat - also auch wir :o) - und eine Steuererklärung für 2004 abgegeben hatte - wir also leider nicht :o( - bekommt 400$ pro im Haushalt lebender Person ausgezahlt. Als Folge versuchen die großen Möbelhäuser und Elektronikläden diese Woche ganz besonders, die Gunst der kauffreudigen Calgarians zu erobern. Wir sind ja der Meinung, man hätte das Geld auch z.B. für die Entwicklung alternativer Energieprojekte oder die Förderung des Gesundheitswesen ausgeben können, aber das ist wahrscheinlich mal wieder typisch deutsche Miesmacherei...
Nachdem man uns vor ein paar Monaten erklärt hatte, dass man alte Trinkflaschen nicht einfach wegschmeißen soll, da man dafür an speziell eingerichteten Rückgabestellen Geld bekommen kann, hatte sich in unserer Garage im Laufe der Zeit immer mehr Altplastik und ein bißchen Altglas aufgetürmt. Am letzten Wochenende hatten wir die Flaschen ausgespült, und heute haben wir sie dann weg gebracht. Man muss sich das so vorstellen: Vor der Abgabestelle findet sich eine eindrucksvolle Menge von Flaschensammlern ein, alle mit Säcken und Kisten voller mehr oder weniger sauberer Kunststoff- und Glasflaschen. Wenn man dann drankommt, schüttet man seine Flaschen auf einem großen Tisch aus. Einer der vielen dort arbeitenden jungen Leuten (hauptsächlich Schüler und Studenten, alle ohne Atemschutzmaske) zählt die Flaschen verschiedener Größen, sortiert diese in Kisten und packt die wiederum auf ein Fließband, welches in einen Bereich des Gebäudes führt, den wir lieber nicht kennen lernen wollen. Anschließend bekommt man einen Zettel, auf dem die Anzahl der abgegebenen Flaschen notiert ist und geht damit zur Kasse. Man nimmt seine Rückzahlung entgegen (in unserem Fall 11$), begibt sich zum nächstgelegenen Frühstücksrestaurant und gibt das Geld dort gleich wieder aus...
Gestern waren wir endlich einmal im Kino und haben uns Brokeback Mountain angesehen, eine Liebesgeschichte über zwei Cowboys in den 60ern, der in Wyoming spielt, aber in unserer Lieblingsgegend, dem Kananaskis Country - ein paar Minuten westlich von Calgary - gedreht wurde. Ein wunderschöner Film mit zwei herausragenden Hauptdarstellern (Heath Ledger und Jake Gyllenhal), oskarverdächtigen Maskenbildnern (die Protagonisten werden über zwei Jahrzehnte begleitet) und einer atemberaubend schönen Gegend! Wenn Ihr also wissen wollt, wo wir uns am Wochende immer herum treiben, schaut Euch den Film an!
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Kanadische Kuriositäten - zweiter Teil

Vom Wohnen, Bankgeschäften, Verkehr und Lokalpolitik haben wir ja bereits Ende Oktober berichtet…
Umzug - Kürzlich haben wir unserer Freundin Jane beim Umzug und Renovieren geholfen. Umzüge sind erstaunlich preiswert hier. Ein Grund dafür ist, dass die Geräte alle in der alten Wohnung verbleiben, da die neue Wohnung selbstverständlich komplett mit 'appliances' wie Kühlschrank, Herd, Spül- und Waschmaschine ausgestattet ist. Eine weitere clevere Idee sind die - oft begehbaren - Einbau-Kleiderschränke. So spart man hier nicht nur beim Umzug, sondern direkt bei der Investition als solches.
Wetter - Gerade noch bei -20°C geschnattert, den Windchill-Faktor (gefühlte Temperatur) mitgerechnet sogar -26°C, bringt uns der Chinook nun am Wochenende +11°C. 30 Grad Temperaturunterschied in zwei Tagen, das muss der Körper erst mal verkraften. Wetterfühlige haben dann leider oft unter Migräne zu leiden. Nach den kalten Temperaturen möchte man bei minus 5°C fast im T-Shirt herumlaufen, so warm fühlt sich das an!
Sprache - Seit neuem wissen wir, Kanadisch ist eine eigenständige Sprache. Viele Vokabeln, die wir aus unserem britischen Englischunterricht kennen, existieren hier einfach nicht oder wurden vor Jahrzehnten substituiert. Ein Beispiel: flat für Wohnung heißt hier apartment oder condo.
Eishockey - Vor unserer Tür fängt es an: auf dem Spielfeld werden die Feuerwehrschläuche ausgerollt, Wasser marsch, und ein Tag später ist die Eisbahn fertig. Natürlich sagt man nicht Eishockey, sondern Hockey, weil, dass es auf dem Eis gespielt wird, ist doch jedem klar ;-)
Umweltschutz - Oder: Wie kommt der Pröll in die Garage? Obwohl man inzwischen den Sinn von Mülltrennung, -vermeidung und Recycling erkannt hat, wird das Konzept in Alberta nur halbherzig umgesetzt. Wir sind z.B. immer noch auf der Suche nach einer Rückgabestelle für Mehrweg-Plastikflaschen, welche sich inzwischen in unserer Garage stapeln. Außerdem heißt es hier nicht Müllkippe, sondern politisch korrekt 'Landfill'. Man gräbt ein Loch, füllt Müll hinein und schüttet es wieder zu. Als Vorbild bei neuen Entsorgungskonzepten wird übrigens immer wieder Deutschland genannt.
Energiesparen - in Alberta? Wir haben's doch, daher darf das Haus ruhig schlecht isoliert sein und der Truck sich seine 25 Liter auf 100km genehmigen. Solar- und Windenergie werden nur zögerlich von der Regierung angegangen und bisher nur auf Einzelanfragen gesponsert, obwohl diese in der durchaus windigen, aber auf jeden Fall sonnenreichsten Provinz Kanadas eine saubere Alternative wären. Hier ist Deutschland wiederum um ein bis zwei Jahrzehnte voraus. Es gibt ihn noch, den Technologie-Vorsprung. Go! Germany! Go!
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Zehn Dinge, an die man sich schnell gewöhnt

• Sonntagnachmittags einkaufen
• Den Kamin auf Knopfdruck anmachen
• Für 50 Bucks gepflegt essen gehen
• Von Fremden nach der Herkunft gefragt und nach fünf Monaten immer noch willkommen geheißen zu werden
• Vier Uhr Feierabend
• Die Benzinpreise
• Die fantastische Luft
• Rechtsabbiegen bei Rot
• Berge vor der Haustür
• Die kanadische Freundlichkeit
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Schnee essen

Wir sitzen gerade mittags bei einem Lieferanten zum BBQ (Gegrilltes...), als El Chefe Doug mich auf eine ungewöhnliche Wolkenformation aufmerksam macht. Dazu weht plötzlich ein heftiger, fast heißer Wind, und der kommt nicht vom Grill. Das Phänomen heißt Chinook, Schneefresser, wie die Indianer ihn nennen. In Europa ist er mit dem Föhn in den Alpen vergleichbar. Im Winter kann dieser Wind innerhalb von Stunden zu Temperaturveränderungen bis zu über 30°C verursachen.
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Nachwort zum Tag der Arbeit

Hier einige Überschriften aus dem aktuellen "Calgary Herald":
- Arbeitsmarktkrise in Calgary
- Hilfe gesucht: Calgary rollt roten Teppich für Arbeitssuchende aus
- Vergünstigungen geboten, um Arbeiter anzulocken
- Wirtschaft kann nicht wachsen ohne Arbeitskräfte
- Kritischer Arbeitskräftemangel erleichtert Jobsuche für Schulabgänger
- Mangel an Arbeitskräften verzögert viele Projekte
- Arbeiter kommen ... und gehen - wohl wissend, dass sie schnell anderswo einen neuen Job finden

Die Arbeitslosenzahlen in Calgary sanken im Juli auf das Rekordtief von
3,1%. Für die gesamte Provinz Alberta waren es 3,6% (verglichen mit 4,6% im Vorjahr), und für ganz Kanada waren es 6,8% im Juli.
Der statistische Durchschnitts-Stundenlohn (aller Branchen) in Alberta liegt bei $18,55. Die Zeiten sind also gut zur Zeit für Arbeitnehmer in Alberta. Und entsprechend einer staatlichen Studie soll das auch zumindest bis zum Jahr 2010 so bleiben. Alleine im Grossraum Calgary sollen bis dahin 90.300 neue Jobs geschaffen werden (und besetzt werden müssen).
Quelle: RockiesMan
Na, neidisch?
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Immigranten gesucht!

Hier ein Auszug aus einem Bericht aus dem heutigen Calgary Herald: "In den letzten zehn Jahren hat Alberta bereits 6-7% aller kanadischen Immigranten "erhalten". Aber aufgrund des höchsten Wirtschaftswachstums des ganzen Landes braucht die Provinz wesentlich mehr Arbeitskräfte... Es wird erwartet, daß im Jahr 2011 70% aller Stellenbesetzungen durch Immigranten belegt werden. Zitat eines Immigranten: 'Ich bin in dieses Land gekommen, weil ich es wollte, und weil dieses Land Leute wie mich braucht: gut ausgebildet und ehrlich.'"
Also, worauf wartet Ihr noch?
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Was Kanadier über Deutschland wissen

Mit einer spontanen Umfrage wollten wir von unseren kanadischen Freunden, Bekannten und Kollegen wissen, was ihnen zu Deutschland einfällt. Das ist dabei herausgekommen (ist natürlich nicht repräsentativ):
Kulinarisches:
Nichts Neues hier: Die Mehrheit nennt Oktoberfest, Bier, Bratwurst und Sauerkraut plus German Gemütlichkeit (Gie-mju-tli-kait); hat wohl wieder was mit Oktoberfest und Bier zu tun.
Technisches:
Doug, Olivier, Steve, Jacques: zweifellos German Engineering, natürlich sind Autos gemeint! Und damit einhergehend die German Autobahn, auf der man über 200 km/h schnell fahren darf.
Menschliches:
Jane, die während ihres Europa-Urlaubs auch Deutschland besucht hatte (Heidelberg, München und Schloss Schwanstein wegen der Kultur!), berichtet von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Eingeborenen und war erstaunt über deren englische Sprachkenntnisse.
Deutsch-Kanadier in zweiter oder dritter Generation wie Susan (Buchhalterin) und Dean (heißt Schlachter, ist aber Dekorateur und Möbelverkäufer) sind stolz auf ihren beruflichen Erfolg, den sie ihren deutschen Wurzeln zuschreiben, ihre Ordentlichkeit, Gründlichkeit, ihre Vorliebe für guten Wein und gutes Essen und streuen gern mal ein deutsches Wort in den Dialog ein.
Geografisches:
Der Schwarzwald liegt in Bayern. Überhaupt scheint Deutschland nur aus Bayern und Heidelberg zu bestehen.
Politisches:
Well…Hmm… (fragende Blicke und Schulterzucken), Chancellor 'Görhard' Schröder ist nur wenigen ein Begriff.
Das nächste Mal interviewen wir mal unsere deutschen Landsleute und berichten, was sie über
Kanada wissen… ;-) Überlegt schon mal und schickt uns eine Nachricht unter 'Kontakt'!
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Rodeo Time

Via Park 'n' Ride geht's zu den Stampede Grounds. Cowboy-Hüte soweit das Auge reicht. Vor dem Eingang Demonstranten, die gegen die Misshandlung der Tiere protestieren. Wir wollen uns aber selbst eine Meinung bilden!
Da wir bereits über das Internet Karten bestellt hatten, gibt's kein Schlange-Stehen für uns.
Auf dem Gelände ein Riesenjahrmarkt mit Losbuden, Riesenrad, Wasserrutsche und anderen Schleudertrauma erregenden Attraktionen, die uns bereits beim Zuschauen den Magen umdrehen. Wir kämpfen uns an den zahllosen Fressbuden mit Bar-B-Q, Corn Dogs, Pizza, Pommes, Bretzeln vorbei und entern unsere ausgezeichneten(!) Sitzplätze für das Rodeo.
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Die Show beginnt mit - wie könnte es auch anders - mit einer Stampede. Massen von Kühen werden durch die Arena getrieben. Danach beginnt das eigentliche Spektakel, welches es bereits seit 1912 gibt. Es gibt kaum Regeln, außer oben bleiben und gut aussehen. Bewertet wird der Reitstil, die Dauer auf dem Rücken des Tieres und wie sich das gerittene Tier verhält. Je wilder, je bockiger, desto besser! Geritten werden Pferde, mit und ohne Sattel (Saddle Bronc or Bareback Riding) und Bullen. Oft hält es die Reiter nur Sekunden oben. Obwohl durch Weste und Halskragen, manchmal auch Helm, geschützt, gibt es einige Verletzte. Tiere kamen jedoch unserer Meinung nach nicht zu Schaden. Vielleicht sollten die Demonstranten auch ein Herz für die armen Rodeo-Reiter zeigen, welche für ein Preisgeld von gerade mal 50.000 Bucks ihr Leben riskieren.
Weiterhin gab es das Pferderennen der Damen (Barrel Racing), bei dem in möglichst kurzer Zeit Tonnen umritten werden mussten. Weitere Attraktionen waren das Einfangen von Kälbern mit Lassos vom Pferd aus, deren Umlegen und Fesseln (Tie-Down Roping) und das in weniger als 10 Sekunden. Der schnellste hat es in 7,5 Sekunden geschafft. Dann das 'Stier-Würgen' (Steer Wrestling). Hier soll schnellstmöglich ein junger Stier bei den Hörnern genommen und flach gelegt werden. Die jungen Stiere und Kälber taten uns schon etwas leid. Andererseits, ein gutes Steak verachten wir auch nicht! Rodeo oder nicht, wir glauben, dass die Kühe hier bis zur Schlachtung ein wesentlich besseres Leben auf den weiten Weiden haben, als deutsches Vieh aus Massenhaltung. Die Stimmung war großartig und wir empfehlen: Schaut es Euch an! Bilder
hier...
Rodeo ist ein sehr ernsthafter Sport. Der kanadische Sender CTV (vergleichsweise ARD/ZDF) überträgt jeden Abend um 9 Uhr die Hightlights und Ergebnisse. Am nächsten Tag berichtet der Calgary Herald (die größte Lokalzeitung) ausführlich im Sportteil. Reiter und Pferde (!) werden hier heldenhaft verehrt. Die Teilnehmer kommen überwiegend aus Kanada und den USA, aber auch mehr und mehr aus Neuseeland und Australien.
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Die Calgary Stampede beginnt!

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Um 5 Uhr morgens geht der Wecker, um halb 7 sind wir bei Pam und Rachel. Bei Second Cup wird noch Kaffee getankt, dann geht's im Bus nach Downtown.
heraldfullstampede 
Um 8 Uhr haben wir unsere Plätze eingenommen und machen es uns mit mitgebrachten Klappstühlen und Kissen gemütlich, lesen Zeitung und warten gemeinsam mit ca. 400.000 anderen Schaulustigen auf die Parade, die traditionell die Stampede eröffnet. Ein Geheimtipp: am besten sucht man sich einen 'Glotzplatz' in der Nähe der Fernsehkameras, dann kann man sicher gehen, dass die Parade-Teilnehmer ihre beste Show abgeben…
Um 9 Uhr beginnt die Parade am anderen Ende von Downtown, die Live-Musik und das unvermeidliche "Yahoo!" und "Yeehaw!" schallen durch die Häuserschluchten. Dazu Stimmung wie beim Familienpicknick. Auf dem Parkplatz hinter uns wird gegrillt, man unterhält sich und zwischendurch werden wir immer mal wieder zu einem kräftigen "Yahoo!" und "Yeehaw!" animiert. Wie schon so oft, scheint der Kanadier auch diesmal ohne Alkohol und Zigaretten feiern zu können. Gegen 10 Uhr sind wir 'dran'. Wie im deutschen Karneval gibt es auch hier Marschkapellen (hier meistens Highschool-Bands), Tänzer und Themen-Wagen, letztere jedoch meist Städte in Alberta und sind ohne politischen Hintergrund.
Dann Pferde, Cowboys und
echte Indianer. Aber auch zugewanderte Kulturen haben ihren Platz in der Parade. So gibt es chinesischen Drachentanz, Dudelsackkapellen oder indische Sikh, Polen, Ukrainer, Araber. Die bayrisch-kanadische Stadt Kimberley hat seinen eigenen kulturellen Beitrag mit Ziehharmonika und Lederhosen geleistet. Bilder hier!
Toll war, dass nach dem schrecklichen Ereignis in London, die muslimischen Teilnehmer mit besonders viel Applaus bedacht wurden. Als wenn die Kanadier damit sagen wollten: Wir wissen, das war nicht Eure Schuld.
Nach etwa dreistündigem Spektakel lösen sich die Zuschauermassen ganz friedlich auf und die Reinigungskolonnen beseitigen die Hinterlassenschaften der Zwei- und Vierbeiner. Eine halbe Stunde später fließt der Verkehr wieder, als wenn nichts gewesen wäre…
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Heute ist Canada Day!

Wie sonntags in Deutschland… endlich haben auch hier mal die Geschäfte geschlossen; nun ja die meisten, also wenigstens sind heute andere Öffnungszeiten, um ehrlich zu sein, wer heute unbedingt einkaufen will, findet offene Läden.
Natürlich wollten wir wissen, wie der Kanadier an sich seinen Nationalfeiertag begeht. Daher erwarten wir, den amerikanischen Unabhängigkeitstag vor unserem geistigen Auge, eine Riesenparade, rot-weiße Flaggen soweit das Auge reicht und politisch wirkungsvolle Auftritte. Weit gefehlt! Der Kanadier scheint im Gegensatz zum Amerikaner völlig ohne Stammtischparolen und nationalistisches Gedankengut auszukommen.
Im Shaw Millenium Park werden kostenlose Open Air Konzerte und First Nations Tanz geboten, dazu gibt's Bar-B-Q und Familienpicknick. Wir haben das multikulturelle Treiben bei einer Yodel-Sausage genossen und uns über die wunderbar friedliche Atmosphäre gefreut.
 
Regen-Abschlussbericht:
Juni 2005 war mit 237 mm der regenreichste Monat seit Anbeginn der Wettermessungen im 19. Jahrhundert. Der durchschnittliche Niederschlag liegt im Juni normalerweise bei 76 mm! Die Wassermassen haben alle flussnahen Parks verwüstet (darum fand das Fest zum Canada Day auch nicht wie üblich im Prince's Island Park statt), Campingplätze mussten massenweise geschlossen werden und vier Albertaner sind in den Fluten umgekommen. 
 
Ausflug zum Takkakaw Fall und Wanderung am Moraine Lake:
Zum ersten Mal haben wir dieses Jahr unseren Fuß nach British Columbia gesetzt. Sonja, als großer Fan von Wasserfällen, wollte den über 250 m hohen Takkakaw Fall im Yoho NP endlich wieder sehen. Beim Übertritt der "Grenze" nach BC fühlt sich Roland einmal mehr "zuhause". Wir können es einfach nicht vermeiden, wieder einmal nach BC zu "schielen". Vancouver und der Pazifik rufen nach uns und wir wissen nicht, wie lange wir diesem Ruf widerstehen werden. Jedenfalls haben wir unsere Jobsuche vorsorglich mal auf die Westküste ausgeweitet.
 
Arbeitsmarkt:
Auch wenn hier gerade in der Ferienzeit die Jobs auf der Straße liegen, bzw. überall in den Schaufenstern die "Now hiring" "Help wanted" Schilder locken, ist die Suche nach einer
qualifizierten Arbeitstelle nicht einfach. Oft genug scheitern wir bereits an den Eingangsbedingungen, bei denen kanadische Ausbildung und kanadische Berufserfahrung (am besten noch im Gas/Energie Sektor) verlangt werden. Bei den anonymisierten Bewerbungsmöglichkeiten im Internet gibt es selten Feedback, kontaktiert wird man nur, wenn man zum Kreis der Auserwählten gehört. Die Form der Absage gibt es nicht, das scheint gegen die Natur des freundlichen Kanadiers zu sein. Hier ist also viel mehr Eigenwerbung, Initiative und Blindbewerbung gefragt. Wir haben inzwischen also Visitenkarten und planen sogar, noch eine Bewerbungs-Website aufzubauen.
 
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Die Queen war da...

... und keinen hat’s interessiert. Sie hat es nicht einmal auf die erste Seite der Lokalzeitung geschafft. Gemerkt hat der Normalbürger ihre Anwesenheit lediglich an den ungeplanten Staus.
Mit der Übernahme unseres Wagens haben wir quasi die Einwanderung "abgeschlossen". Nun verfügen wir über alle Dokumente und Ausweise, sind versichert, mobil, arbeitswillig und sogar -fähig (da sozialversichert!) und können endlich loslegen und zwar... Mit URLAUB natürlich!!!
Der Wetterbericht für die nächsten Tage verspricht mal wieder Sonnenschein pur bei angenehmen 22 bis 25°C. Los geht’s hinter die sieben Berge, um unser Schneewittchen (der Wagen ist weiß, aber bei Gebrauchtwagen kann man die Farbe nicht aussuchen...) auszufahren.
Die sieben Zwerge haben wir nicht getroffen, dafür aber zwei Koyoten, einen Bären, Büffel und Lamas (Hier gibt es Alpaca-Farmen!).
Am Crowsnest Highway besuchen wir das Interpretive Centre eines spektakulären Erdrutsches, der vor 100 Jahren stattgefunden hat. Wen’s interessiert:
http://www.frankslide.com/
Eine weitere Tour führt uns entlang des Icefield Parkway durch die Rockies (Fotos
hier). Ahhh! Endlich können wir unserem Favoriten unter den Bergseen, dem Peyto Lake, wieder Hallo sagen. Danach geht es über den Thompson Highway Richtung Red Deer, anschließend auf den Highway No. 2 zurück nach Süden Richtung Calgary. Somit ist endlich auch der Norden von Calgary kein weißer Fleck auf unserer Kanada-Landkarte mehr.
Der Thompson Highway bleibt dem 08/15-Touristen meistens aus Zeitmangel unerschlossen, lohnt aber den Abstecher. Vorbei an Wasserfällen und Bergseen geht es nach Osten, bis sich die Rockies zurückziehen und sich die Gegend sich in eine saftig grüne Hügellandschaft verwandelt. Bäume und grüne Wiesen, etwas, dass wir hier im Norden von Calgary doch sehr vermissen.
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